BerlinFindlinge lagen im Weg, Baugruben drohten im Grundwasser zu ertrinken. Doch nun ist es geschafft: Nach zwei Jahrzehnten Pause wird in Berlin wieder eine U-Bahn-Strecke eröffnet. Zehn Jahre hat der Bau in Mitte gedauert. Von Freitagmittag an verkehrt die U5 über den Alexanderplatz hinaus weiter bis zum Hauptbahnhof. Allerdings steht zu befürchten, dass mit den Zügen auf der Neubautrasse eine verquere Diskussion ebenfalls an Fahrt aufnehmen wird. Braucht Berlin wirklich rasch weitere neue U-Bahn-Strecken?

Der Tunnel Unter den Linden zeigt immerhin eines: Allen Berlin-Witzeleien zum Trotz ist es in dieser Stadt möglich, öffentliche Großprojekte zum Erfolg zu bringen. Die Kostenschätzung von 2013  wird nur um wenige Prozent überschritten, und der seit Jahren kommunizierte Eröffnungstermin wird gehalten. Dagegen ist die Geschichte des Teilstücks zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor weniger rühmlich. Als es noch als Kanzler-U-Bahn firmierte, sollte es 2002 fertig werden, dann 2006. Doch erst 2009 war es soweit, 14 Jahre nach dem ersten Spatenstich. Weil der Senat in der damals stagnierenden Stadt keine U-Bahn bauen wollte, ruhten die Arbeiten drei Jahre lang – bis der Bund die Fortsetzung erzwang.

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