BerlinEs gibt keinen einzigen echten Kiez mehr in Berlin, aber Hunderttausende Berliner, die sich so sehr welche wünschen, dass sie eben doch existieren – als ein Dorf in der Großstadt, ein Wohnviertel mit intakter Infrastruktur, wo jeder jeden kennt und man nett miteinander umgeht, wo man alles findet, was man braucht, und sich in überschaubaren Verhältnissen wohlfühlt, als Mensch statt als Partikel einer Metropolenmasse. Auffallend stark vertreten sind Kiezliebhaber unter Zuzüglern, die die dörflich-kleinstädtische Provinz mit der Großstadt und ihrer freimachenden Luft tauschen wollten.

Rückt dann aber der metropolitane Moloch vor, schließen die Kiezer die Reihen: Droht dem Kiezladen die Pleite oder gar ein gieriger Miethai, rückt die Nachbarschaft an. Funktioniert das Großstadtidyll nicht, wie es soll, dann heißt es „Problemkiez“.

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