Bei der Verkehrsplanung muss viel berücksichtigt werden. Das braucht Zeit.
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Berlin - Warum dauert das alles so lange? Weshalb vergehen acht Jahre, bis die rissige Elsenbrücke zwischen Treptow und Friedrichshain neu entstanden ist? Und weshalb braucht es ebenfalls acht Jahre, bis in Berlin ein paar Kilometerchen Straßenbahnstrecke neu in Betrieb gehen können?

Das sind Bürgerfragen, mit denen sich Planer, Verkehrspolitiker und die rot-rot-grüne Koalition in Berlin immer wieder auseinandersetzen müssen. Doch es wäre falsch, die Verärgerung ausschließlich auf diese Akteure zu lenken.

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Bessere Finanzlage, bessere Verkehrsplanung

In der Tat war es in Berlin lange Zeit so, dass Verkehrsplanungen liegenblieben oder nur gebremst weiterverfolgt wurden. Inzwischen haben die Verantwortlichen aber gelernt – wozu die bessere Finanzlage Berlins beitrug.

Weichen wurden gestellt, damit die Verwaltung mehr Projekte beginnen und betreuen kann. Davon profitiert nicht nur der Radverkehr, sondern auch der Ausbau des Straßenbahnnetzes. Auch wird daran gearbeitet, Planungen zu beschleunigen.

Verkehrsplanung: Einwände müssen berücktsichtigt werden

Seit langem fällige Hausaufgaben werden endlich gemacht. Natürlich sind, gerade im Verhältnis zwischen dem Senat und den Bezirken, noch viele Prozesse zu verbessern. Aber selbst dann werden sich viele Bürger weiterhin darüber wundern, warum Projekte so lange dauern.

Meist liegt das an Gesetzen und anderen Vorschriften, für die das Land Berlin größtenteils nichts kann. Es liegt aber auch daran, dass die Behörden nun einmal die Pflicht haben, Planungen mit berechtigten Interessen in Einklang zu bringen.

Anwohner müssen angehört, Einwände müssen berücksichtigt werden. Das kann dauern (auch wenn andere Verfahrensschritte inzwischen oft mehr Zeit kosten). Doch Deutschland ist nicht China. Und das ist auch gut so.