Berlin - In der Nacht zum 20. Januar dieses Jahres erschütterte gegen 1 Uhr ein lauter Knall die Fritz-Reuter-Straße in Schöneberg. Eine Rohrbombe, angebracht an einem Verkehrsschild, war ferngezündet worden und detoniert. Sie zerfetzte den Beschwerungsfuß eines Halteverbotszeichens. Bis zu drei Kilogramm schwere Teile aus Hartgummi flogen teilweise 80 Meter weit und verletzten einen vor der Haustür rauchenden Anwohner am Oberschenkel. Fensterscheiben barsten. Ein zehnjähriger Junge, der in einem Zimmer zur Straße hin in einem Hochbett geschlafen hatte, wurde durch die auf das Bett herabprasselnden Scherben wach. Er blieb unverletzt. Eine Jalousie hatte Schlimmeres verhindert. Sieben geparkte Fahrzeuge wurden beschädigt.

Es ist nicht der einzige Sprengsatz, den Gregor D. gezündet hat. Insgesamt acht Rohrbomben, die meisten detonierten zwischen Dezember 2020 und Februar 2021 im Hinterhof seines Wohnhauses, gehen auf das Konto des Mannes. Seit Dienstag muss er sich vor der 15. Großen Strafkammer des Berliner Landgerichts verantworten. Die Anklage wirft ihm Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und Vorbereitung eines Explosionsverbrechens vor. Gregor D. hat die Taten gestanden, und er hat gleich zu Beginn der Verhandlung erklärt, er sei geschockt über seine Handlungen, er bitte „aufrichtig um Entschuldigung“. Die Taten seien ihm wesensfremd.

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