Johannes Hauenstein am Flughafen Tegel. Mit dem Plakat wirbt die Tegel Projekt GmbH für die geplante Umgestaltung des Geländes.
Foto: Berliner Zeitung/ Gerd Engelsmann

BerlinDer Flughafen macht den Eindruck, als bereite er sich schon auf sein Ende vor. Das Flugangebot ist dünn, Teile der Anlage wirken bereits wie ausgestorben. Ein großartiger Ort, wenn man Ruhe sucht. Etwas mehr als dreieinhalb Monate noch, dann ist TXL Vergangenheit. Anfang November endet der Flugbetrieb. Für viele Berliner ist das keine schöne Vorstellung, für Johannes Hauenstein dagegen schon. „Ich bin froh, dass in Tegel bald Schluss ist“, sagt er. 1988 hat Hauenstein die Bürgerinitiative gegen das Luftkreuz auf Stadtflughäfen mitgegründet. 32 Jahre später erreichen er und die anderen Gegner des innerstädtischen Airports nun endlich ihr Ziel. Ein Grund zur Freude: „Dieser Flughafen passt nicht in die Stadt. Tegel ist ein Eitergeschwür.“

Der 67-Jährige mit dem leichten bayerischen Akzent ist mit dem Fahrrad nach Tegel gekommen. Als Fluggast war Johannes Hauenstein schon lange nicht mehr hier. „Fliegen ist schon cool“, sagt er. Aber in den Urlaub fuhr die Familie lieber mit einem umgebauten Bus. „In den 1990er-Jahren musste ich einmal kurzfristig nach Köln“, erzählt der Mann im blauen Radlerdress. Das ging nicht anders als per Flugzeug von Tegel aus. „Sat.1 hatte mich wenige Stunden zuvor zu einer Sendung eingeladen. Zurück bin ich dann aber mit dem Nachtzug gefahren.“ Die Fernsehleute hätten erstaunt reagiert. Fliegen: Das geht doch schnell, und es kann sehr preiswert sein. Das machen doch alle.

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