Berlin - Wer abergläubisch ist, geht an diesem Freitag sicher besonders vorsichtig durch die Stadt, denn es ist mal wieder Freitag, der 13.! Doch am Unglückstag passiert auch Gutes: Berlins Schornsteinfeger bringen das Glück zu den Tieren im Tierheim in Falkenberg. Schon im vergangenen Jahr ließen sich die schwarz gekleideten Glücksbringer für einen Kalender mit schwarzen Tieren fotografieren – weil das Projekt ein riesiger Erfolg war, startet nun die zweite Runde.

Die Idee dahinter: Schwarze Tiere haben traditionell schlechtere Vermittlungschancen, weil viele Menschen abergläubisch sind oder sich etwa vor schwarzen Hunden fürchten. Deshalb zogen Berliner Schornsteinfeger schon im Jahr 2020 ins Tierheim und ließen sich mit den Tieren ablichten. Der Erlös aus dem Kalender, der aus den Bildern entstand, kam dem Tierheim zugute. „Wir wurden von Anfragen förmlich überrannt“, sagt Alain Rappsilber von der Schornsteinfeger-Innung der Berliner Zeitung. Mehrmals mussten Kalender nachbestellt werden, 15.000 Euro kamen zusammen.

Und nicht nur das: Die Essenkehrer brachten wirklich Glück. „Alle Tiere, die im Kalender abgebildet waren, konnten vermittelt werden“, sagt Rappsilber, der meistens auf den Dächern von Kreuzberg unterwegs ist. „Aber trotzdem sind die Probleme noch immer die gleichen.“ So gaben bei einer Umfrage des Deutschen Tierschutzbund 55 Prozent der befragten Tierheime an, dass sie schwarze Tiere schwerer vermitteln als andersfarbige. „Diese Vorurteile gegen schwarze Hunde und Katzen müssen aus den Köpfen verschwinden“, sagt Rappsilber.

Der Kalender kann ab Oktober bestellt werden

Mit dabei ist auch Jana Weise, eine von wenigen Schornsteinfegerinnen in Berlin. Sie arbeitet seit 1994 in dem Job, war im ersten Kalender auf dem Titel und auch im Monat November zu bestaunen. „Wir sind alle sehr tierlieb – und auch ich bin mit Hunden aufgewachsen“, sagt sie. Sie darf mit Hündin Lara posieren, ihr Kollege Niko Kardinal mit Hund Aslan. „Es ist gut, dass wir mit der Aktion etwas für das Image der schwarzen Hunde und Katzen tun können.“ Der Kalender kann ab Oktober über die Schornsteinfeger-Innung bestellt werden.

Auch Norbert Skrobek, der seit 1977 als Schornsteinfeger arbeitet, ist überrascht von der riesigen Resonanz auf das Projekt. „Es gab sogar Bestellungen aus Österreich und der Schweiz“, sagt er. Nach dem Erfolg wollen er und seine Kollegen sich nun sogar an der Kampagne des Tierheims gegen den illegalen Welpenhandel beteiligen. „Denn dahinter stecken mafiöse Strukturen – und leider glauben viele Menschen noch immer, dass sie die Welpen retten, indem sie sie dubiosen Händlern abkaufen“, erklärt Skrobek. Doch in Wirklichkeit werde der Handel dadurch noch gefördert. „Als Schornsteinfeger sind wir Vertrauenspersonen – und wollen unser gutes Image auch in dem Bereich einsetzen.“