Mit einer neuen Regelung sollen Gehwege wieder frei von E-Scootern werden.
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Berlin - Es war eine erfreuliche Mitteilung. „Wir wollen gemeinsam mit Bezirken und Anbieter die Grundlagen dafür schaffen, dass die E-Scooter von den Gehwegen herunterkommen“, kündigte Verkehrssenatorin Regine Günther im vergangenen August an.

Kern der Strategie war, bis zum Saisonbeginn 2020 eine ausreichende Zahl von Auto-Parkplätzen zu Stellflächen für elektrische Tretroller und Fahrräder umzuwidmen. Für Fußgänger, die sich über zugestellte Gehwege ärgern, hörte sich das nach einer guten Nachricht an.

16.000 E-Tretroller in Berlin

Doch es war auch eine allzu vollmundige Ankündigung, die manch einen verwunderte. Erinnert wurde an die Probleme, allein schon die versprochenen 720 Mietstationen für Nextbike-Räder zu schaffen. Im vergangenen August, mehr als zwei Jahre nach dem Start des Systems, war nicht mal ein Drittel des Pensums geschafft.

Dabei sollte es „nur“ um 5500 Fahrräder gehen, während die Zahl der E-Tretroller in Berlin 2019 bereits auf 16.000 wuchs. Selbst wenn es bald hieß, dass nicht all diese Fahrzeuge Stellplätze erhalten, war klar: Was den Bürgern versprochen worden war, ist unrealistisch. Das zeigt die Bilanz vor dem diesjährigen Saisonbeginn, die relativ mager ausfällt.

Keine Regelung für Fahrer

Laien können sich nicht vorstellen, wie komplex es im Berliner Verwaltungssystem sein kann, Straßenflächen umzuwidmen. In Mitte steht nicht einmal fest, wo das geschehen soll.

Fraglich ist aber auch, ob der Aufwand gerechtfertigt ist. Denn selbst wenn es gelingt, genug Stellflächen außerhalb von Gehwegen einzurichten: Derzeit zwingt keine Regelung die Fahrer, ihre E-Tretroller dort auch wirklich zu parken. Berlin wird auf absehbare Zeit mit derlei Spielzeugen leben müssen.