BerlinDer Osterspaziergang hat es leicht: Das Wetter ist ihm regelmäßig zuträglich – oft herrschen bereits angenehme Temperaturen, es ist weder zu kalt noch zu warm, dazu meist viel Licht. In der Literatur hat er einen festen Platz, an prominenter Stelle: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“ Wo stehts noch mal geschrieben? Schon klar, in Goethes Faust. Der Doktor, der sich eben noch mit Selbstmordgedanken gequält hat, blüht beim Promenieren vor den Toren der Stadt auf – wie auch der Frühling um ihn herum.

Aber der Weihnachtsspaziergang? Er hat es schwer. Wer stapft schon gerne bei nasser Kälte oder trübem Licht durch Straßen oder über Feldwege? Wer lässt sich Eiseswind ins Gesicht blasen, wo man’s doch daheim so schön weihnachtlich haben könnte? Hat die Literatur ihn auf ein Podest gestellt? Hm, es sieht schlecht aus für ihn. Und die Faktenlage? Schwierig. Zur Spazierfrequenz der Deutschen sagt das Statistische Bundesamt nichts. Doch Instagram verrät ein bisschen was: Der Hashtag „Spaziergang“ wird am häufigsten im April eingegeben – der Dezember liegt abgeschlagen im Mittelfeld, jedoch noch vor den heißen Sommermonaten.

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