Noch ist Mundschutz fast überall Pflicht.  
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Berlin Die Politik lockert das enge Korsett der Corona-Maßnahmen weiter. Beim Bund-Länder-Gipfel wurden einige wichtige Neuerungen beschlossen. Viele Schutz-Bestimmungen bleiben aber in Kraft. Ein Überblick. 

Was ist neu? Spielplätze dürfen unter Auflagen wieder öffnen. In Berlin sind dafür die Bezirke zuständig, in den meisten können die Spielplätze schon wieder genutzt werden. Gottesdienste sollen mit Einschränkungen ebenfalls wieder zugelassen werden. Taufen, Trauungen und Trauergottesdienste können im kleinen Kreis stattfinden. Kliniken sollen nicht mehr so viele Intensivbetten für Corona-Patienten freihalten müssen. Zoos, Museen und Gedenkorte dürfen unter Auflagen wieder öffnen. In den einzelnen Bundesländern kann es abweichende Regeln geben. Nicht alles muss sofort umgesetzt werden.

Was ist mit der Kontaktsperre? Die Beschränkungen bleiben vorerst weitgehend bestehen. Das Bundeskanzleramt nennt jetzt einen Geltungszeitraum bis mindestens 10. Mai.

Welche schon früher beschlossenen Neuerungen treten als nächstes in Kraft? Friseure sollen ab 4. Mai unter Auflagen wieder öffnen dürfen. Fluggäste der Lufthansa und ihrer Tochtergesellschaften müssen, ebenfalls ab 4. Mai, einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Was wurde vertagt? Bis zum 6. Mai soll ein Konzept zur weiteren schrittweisen Öffnung von Schulen und Kitas vorgelegt werden. Länder wie Sachsen-Anhalt, das Saarland oder Bremen planen bislang für Montag die Rückkehr einzelner Schülergruppen. Eine Entscheidung über eine Wiederaufnahme der ausgesetzten Fußball-Bundesliga und des Vereinssports steht noch aus. Das Thema dürfte bei der Bund-Länder-Schalte nächsten Mittwoch anstehen.

Was ist mit der 800-Quadratmeter-Regelung für Geschäfte? Das Einkaufen wird in naher Zukunft in einigen Bundesländern auch wieder in größeren Geschäften möglich sein. Mehrere Landesregierungen haben angekündigt, die Beschränkung auf 800 Quadratmeter aufzuheben. In Mecklenburg-Vorpommern soll das bereits am Sonnabend der Fall sein. Thüringen, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und das Saarland sollen folgen. In Berlin hat das KaDeWe vor Gericht durchgesetzt, wieder seine gesamte Fläche von rund 60.000 Quadratmetern öffnen zu dürfen. Am Montag soll es wieder losgehen. Bislang gilt in der Hauptstadt die 800-Quadratmeter-Regel.

Was gilt weiterhin? In ganz Deutschland muss beim Einkaufen und in den  öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske getragen werden. Großveranstaltungen wie Volksfeste, Sport-Events und größere Konzerte bleiben bis mindestens 31. August untersagt. In Berlin sind Veranstaltungen mit mehr als 5000 Teilnehmern bis zum 24. Oktober untersagt. Ob auch Schwimmbäder unter diese Regel fallen, ist noch unklar. In Berlin sind alle Freibäder und Schwimmhallen bis auf weiteres geschlossen, heißt es auf der Internetseite der Bäderbetriebe. Bars, Kneipen und Clubs sind weiterhin geschlossen. Arbeitnehmer mit Erkältungsbeschwerden können sich per Telefon vom Arzt krankschreiben lassen – das gilt bis 18. Mai. Auf Reisen auch zu Verwandten soll weiterhin verzichtet werden. Für Auslandsreisen gilt die weltweite Reisewarnung: Sie wurde bis Mitte Juni verlängert. Nach wie vor ist der Aufenthalt im öffentlichen Raum entweder nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts oder mit einer anderen Person erlaubt. Zu Menschen, die nicht im eigenen Haushalt leben, muss ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind nicht erlaubt. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, für Einkäufe, Arztbesuche, zur Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, die Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben möglich.

Welche grundsätzlichen Empfehlungen gelten weiterhin?   Soweit als möglich zu Hause bleiben. Seltener und möglichst zu Zeiten mit wenig Andrang einkaufen gehen. Wichtige Hygieneregeln beachten wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen. Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge. Körperkontakt mit anderen Personen wie Umarmungen und Händeschütteln vermeiden. Hilfe für ältere oder chronisch kranke Menschen anbieten, etwa indem man für sie einkauft. Möglichst keine öffentlichen Verkehrsmittel, sondern besser Fahrrad oder Auto nutzen.

Was tun bei verdächtigen Symptomen? Bei Corona-Symptomen nicht direkt zum Arzt fahren, sondern vorher telefonischen Kontakt mit der Praxis oder dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) aufnehmen.