Berlin - Freudig ziehe ich die Stiefel an vor meinem ersten Ausflug in die Stadt nach über zwei Monaten, freudig und ein wenig ängstlich. Als die Tram die Grenze von Weißensee nach Prenzlauer Berg überfährt, den immer noch recht belebten Antonplatz hinter sich lassend, weiß ich, warum. Die Greifswalder Straße war nie eine Flaniermeile auf diesem Abschnitt, aber so ausgestorben habe ich sie noch nie gesehen. Der S-Bahnhof, ohnehin ein trauriger Kasten, steht da wie eine Warnung ihn zu betreten.

An der Mollstraße blicken mich riesige Ruinen aus toten Augen an. Stillstand in Beton. Wie lange schon, wie lange noch? „Was man da alles hinbauen könnte“, denke ich. Und: „Es gibt so viel zu tun.“ Auch und gerade im Vakuum des Wartens. Vielleicht habe ich deswegen so viel Kleingeld mitgenommen. Die Menschen unter den Stoffbergen am Alexanderplatz schauen so bittend und hungrig wie die Stadt. Sie sind seit Wochen weitgehend sich selbst überlassen.

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