Wasserschaden in BND-Neubau: Wie viele Wasserhähne sind weg? Geheim!

Ob der schwere Wasserschaden in der neuen BND-Zentrale den Umzug der Behörde von Pullach nach Berlin verzögert, ist unklar. Stundenlang waren am Dienstag in dem Hauptgebäude zehntausende Liter Wasser ausgelaufen, nachdem Unbekannte in den oberen Stockwerken Wasserhähne entfernt hatten. Vor allem elektrische Anlagen sind nun kaputt.

„Wir können noch nicht sagen, welche Auswirkungen der Schaden auf den Einzugstermin hat“, sagte eine BND-Sprecherin am Mittwoch. „Wir sind noch mitten in der Schadensaufnahme“, sagte Sandra Schrei, Sprecherin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Zu weiteren Auskünften sah sie sich nicht in der Lage. Welcher Teil des neuen Gebäudes von dem Wasserschaden betroffen ist, sagte sie ebenfalls nicht. Selbst aus der Zahl der gestohlenen Wasserhähne machen BND und Bundesamt ein Geheimnis. Der Schaden, den das Wasser anrichtete, geht nach Schätzungen von Polizisten in die Millionen. Die Kripo der örtlichen Direktion 3 ermittelt deshalb wegen der „Zerstörung von Bauwerken“ gemäß Paragraf 306 des Strafgesetzbuches. Dafür drohen bis zu fünf Jahre Haft.

Kosten für den Neubau steigen immer weiter

Nach den bisherigen Plänen soll die neue Zentrale des Auslandsgeheimdienstes bis 2016 fertig sein. 4000 Beschäftigte werden dann an der Chausseestraße arbeiten. Der Bürokomplex ist 283 Meter lang, 148 Meter breit, rund 30 Meter hoch. Eigentlich sollte er schon im Jahr 2011 fertig sein. Daraus wurde nichts, unter anderem, weil es Probleme mit den Lüftungskanälen gab. Weil die eingebauten Schächte nicht die erforderliche Qualität hatten, mussten sie auf einer Länge von zwölf Kilometern wieder entfernt werden. Deshalb konnten andere Firmen nicht weitermachen, was zu Umplanungen führte.

Auch die Kosten stiegen. Anfangs waren 720 Millionen Euro veranschlagt. Mittlerweile beläuft sich das Budget auf 1,044 Milliarden Euro – also fast 50 Prozent mehr. Dabei handelt es sich nur um einen Teil der Gesamtkosten. Werden die Ausgaben für den Umzug der BND-Mitarbeiter aus Pullach nach Berlin und für die Einrichtung der Geheimdienstzentrale hinzugerechnet, sollen sich die Kosten auf mehr als 1,3 Milliarden Euro summieren.

2003 hatte die Bundesregierung beschlossen, dass der BND von Pullach nach Berlin umzieht. Der wichtigste Grund dafür war, dass die Regierung den Geheimdienst in ihrer Nähe haben will, um schnellstmöglich über Hintergründe politischer Entwicklungen informiert zu werden.

Bereits seit mehreren Jahren ist der BND in Berlin präsent. Er residiert mit einem Teil der Mitarbeiter am Gardeschützenweg in Lichterfelde. Neben 2000 BND-Leuten aus Pullach ziehen 2000 Mitarbeiter des Geheimdienstes aus Berlin in das neue Domizil in Mitte. 1000 Beschäftigte der technischen Aufklärung bleiben in Pullach.