Der Humboldthafen neben dem Hauptbahnhof soll künftig wieder seinem Namen gerecht werden und nicht nur ein ödes Wasserbecken sein: Der Senat plant dort einen neuen Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe. Das sagte am Dienstag Lutz Adam, Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. „Der Humboldthafen im Zentrum ist ein idealer Standort.“ Die Untersuchungen für den neuen Anleger laufen bereits bei Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Als Platz für den Anleger ist der nordwestliche Bereich des Beckens am Friedrich-List-Ufer vorgesehen, weil die Wasserstraße von der Spree in den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal freigehalten werden muss.

Verwirklicht werden die Planungen wohl erst in ein paar Jahren. Zunächst baut die Deutsche Bahn die S-Bahn-Linie S 21. Auf einem ersten Abschnitt sollen ab 2017 Züge vom S-Bahn-Ring zum Hauptbahnhof fahren. Zudem hat das Land erst zwei Baugrundstücke am Hafenbecken verkauft, auf denen ab 2014 zwischen Invalidenstraße und Hafen 250 Wohnungen sowie Büros errichtet werden. Auch eine 20 Meter breite Uferpromenade ist geplant.

Bisher gibt es in Berlin lediglich zwei Anleger für Flusskreuzfahrtschiffe, die allerdings weit außerhalb des Zentrums liegen – nahe der Altstadt Spandau sowie an der Greenwichpromenade in Tegel, dort wurde 2010 extra eine 60 Meter lange Seebrücke eröffnet. Nun hat der Senat den Humboldthafen ausgebaut und die Uferwände für 20 Millionen Euro saniert, das 3,5 Meter tiefe Wasserbecken war 1859 von Peter Joseph Lenné angelegt worden. Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) sieht die Fertigstellung als „Startschuss“ für die Weiterentwicklung des Areals. „Der Humboldthafen wird für die Berliner wieder erreichbar und die Ufer erlebbar.“ Gefördert wurde die Sanierung zu 90 Prozent vom Bund. Wie Berlins Wirtschaftsstaatssekretär Henner Bunde (CDU) sagt, bestehe nun in dieser exponierten Lage die Möglichkeit, dass künftig Touristenschiffe anlegen.