WBM kämpft für Hochhaus auf der Fischerinsel in Berlin-Mitte

Berlin - Die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) geht gegen die Ablehnung ihres Hochhausprojektes auf der Fischerinsel durch den Bezirk Mitte vor. „Wir werden gegen den Bescheid Widerspruch einlegen“, sagte WBM-Sprecherin Steffi Pianka der Berliner Zeitung. Das preisgekrönte Wettbewerbsergebnis sei eine Fortführung der bestehenden Bebauung sowie eine Ergänzung der Hochhäuser auf der Fischerinsel, so die Sprecherin.

Der Bezirk hatte im Juni das 33 Millionen Euro teure Vorhaben jedoch anders bewertet: Das Projekt mit dem 19-geschossigen Hochhaus am Mühlendamm entspreche nicht der vorhandenen Struktur auf der Fischerinsel mit ihren sechs einzeln stehenden Hochhäusern und passe sich nicht in das Gebiet ein, heißt es in dem ablehnenden Bescheid. Für das Grundstück Fischerinsel/Ecke Mühlendamm, auf dem die WBM 200 Wohnungen errichten will, war im September 2015 ein Wettbewerb entschieden worden. Vorgesehen ist ein U-förmiger Komplex mit achtgeschossigen Wohnhäusern, aus dem der umstrittene, 58 Meter hohe Turm herausragt.

Wohnturm könnte schlanker werden

Wenn die WBM Widerspruch eingelegt hat, ist anschließend der Senat zuständig. „Wir werden sorgfältig und umfassend prüfen“, sagt Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). Er kündigt bereits eine breite Bürgerbeteiligung an. 6000 Unterschriften gegen das Hochhaus „zeigen die Besorgnis der Anwohner, die wir ernst nehmen“. In der Diskussion seien Änderungen möglich: So könnte der Wohnturm mit 19 Etagen zum Beispiel schlanker werden. Auch über die Breite der Häuser werde geredet.

Unverständnis über die Position des Bezirks gibt es nicht nur bei der WBM, sondern auch bei Geisel. Denn der Bezirk war am Wettbewerb beteiligt und hat das Ergebnis mitgetragen. „Ich bedauere, dass der Bezirk aus dem Konsens ausgeschieden ist“, so der Senator. „Wir können aber nicht über bezahlbaren Wohnraum reden und dann auf ein städtisches Baugrundstück verzichten.“ Demnächst werden auf dem Areal archäologische Grabungen stattfinden, die etwa neun Monate dauern. Diese Zeit will Geisel für den Bürgerdialog nutzen. Die WBM befürwortet das. „Der Dialog kann das Verständnis für unser Vorhaben fördern“, sagt Steffi Pianka.