Die Botschaft ist unmissverständlich: Hier ist kaum noch etwas zu holen. An immer mehr Fahrscheinautomaten weisen Aufkleber darauf hin, dass die Zahlung mit Geldscheinen nicht mehr möglich ist. Dort kann nur noch mit Münzen oder Karten bezahlt werden. „Die S-Bahn ist derzeit dabei, an bestimmten Standorten temporär die Banknotenverarbeitung aus den Automaten auszubauen“, sagte S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Das soll Kriminelle abschrecken, die diese Geräte aufbrechen wollen, um das Geld zu erbeuten.

Die Umstellung betrifft auch Berlin. So bestätigte die S-Bahn, dass auf dem Bahnhof Alt-Reinickendorf an der Linie S 25 keine Geldscheine mehr akzeptiert werden – „vorübergehend“ und „aus Sicherheitsgründen“. Im Umland ließ das Tochterunternehmen der Deutschen Bahn (DB) unter anderem auf den S-Bahnhöfen Mühlenbeck-Mönchmühle, Bergfelde und Schönfließ den Banknoteneinzug aus ihren Ticketautomaten ausbauen. In Eichwalde können Fahrkarten ebenfalls nur noch mit Münzen oder Plastikgeld erstanden werden. Auch die DB stellte Automaten um – zum Beispiel in Pritzwalk.

Einsame Stationen sind gefährdet

Alle Stationen haben eines gemeinsam: Sie werden schwach genutzt, zu manchen Zeiten befindet sich niemand auf dem Bahnsteig. Einige dieser Bahnhöfe liegen zudem ziemlich einsam. Das sind Faktoren, die sie für Automatenknacker attraktiv machen: Hier können sie sicher sein, dass sie nicht gestört werden.

So kam es am 9. Januar um 4.15 Uhr in Schönfließ zu einem lauten Knall. Als Bundespolizisten auf dem abgelegenen S-Bahnhof eintrafen, sahen sie, was passiert war: Jemand hatte den Automaten gesprengt und war danach mit der Geldkassette verschwunden. Die Höhe der Beute ist nicht bekannt.

Es ist eine Art Verbrechen, die es auch in dieser Region lange Zeit nicht gab, die aber seit 2013 zu einem immer größeren Problem geworden ist. In jenem Jahr registrierte die DB, zu der die S-Bahn gehört, in Berlin elf und in Brandenburg 41 Automatenaufbrüche.

Im vergangenen Jahr gab es in Berlin bereits 26 und in Brandenburg 47 solcher Aufbrüche. „Jedes Mal entsteht ein hoher Schaden. Ein Fahrkartenautomat kostet rund 30 000 Euro“, sagte Gerd Neubeck, der Sicherheitschef der Bahn. Bereits vor einiger Zeit wurde damit begonnen, auf einsam gelegenen Stationen den Banknoteneinzug zu entfernen. Damit gehe es nun weiter, hieß es – wo, wollte die S-Bahn allerdings nicht sagen.

Bei Aufbruch Farbe

Nach Informationen der Berliner Zeitung soll von den rund 500 Automaten der S-Bahn eine zweistellige Zahl umgestellt werden. Andere Verkaufsgeräte bekommen eine Technik, die bereits bei einem Aufbruchversuch die Geldscheine mit Farbe bespritzt.

Problematisch ist, dass die Umstellung auch die Fahrgäste betrifft: Ihnen steht eine wichtige Zahlungsart nicht mehr zur Verfügung. Doch die S-Bahn sieht das Recht auf ihrer Seite. Die Tarifbestimmungen des Verkehrsverbundes fordern nicht, dass jeder Automat auch Geldscheine annehmen muss – es ist ein freiwilliger Service.