Berlin - Bitte Abstand halten! Damit sich Fahrgäste nicht zu nahe kommen, werden die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) vom 15. Februar an auf rund 50 Linien weitere Fahrzeuge einsetzen – 100 Busse und acht Straßenbahnen. Das hat der Senat am Dienstag beschlossen. Damit das Konzept aufgeht, sollen wie berichtet Sicherheitskräfte aufpassen, dass es tatsächlich nicht zu voll wird. Es ist also gut möglich, dass Fahrgästen der Einstieg verwehrt wird, wenn zu viele Menschen hineindrängen.

Als Fahrgastbetreuer sind die Sicherheitskräfte vielerorts bereits im Einsatz, hieß es bei der BVG. Nun werden sie zur „Unterstützung der Abwicklung und zur Kundenkommunikation und -lenkung“ an 100 hochfrequentierten Haltestellen und Knotenpunkten eingesetzt, teilte die Senatsverkehrsverwaltung am Dienstag mit. Tags zuvor hatte es BVG-Sprecherin Petra Nelken so formuliert: „Falls nötig, sollen sie die Fahrgäste bitten, den nächsten Bus zu benutzen.“ Sie könnten auch weitere Fahrzeuge anfordern, sagte Nelken der Berliner Zeitung.

Im Busverkehr werden unter anderem die Fahrgäste der Linien M11, M37, M45 und M77 profitieren. Dort sind täglich zwischen drei und sieben zusätzliche Busfahrten vorgesehen. Die Linien 101, 131, 135, 184, 197, 256 und 222 sind weitere Beispiele für Strecken, auf denen das Angebot im Schülerverkehr um mindestens drei Fahrten pro Tag aufgestockt wird. Auf der M32, M76, 107, 125, 156, 350 und weiteren Linien soll es zumindest ein oder zwei zusätzliche Fahrten geben.

„Doch auch außerhalb von Schulverkehren treten vereinzelt hohe Auslastungen auf“, so die BVG. „Deshalb werden auf neun Linien die Takte stark nachgefragter Abschnitte verdichtet.“ Dabei handelt es sich um die Linien X10, X33, 122, 162, 164, 170, 194 und 365. Auch die Ausflugslinie 218, die über die Havelchaussee und zur Pfaueninsel führt, wird öfter befahren. 

Das Konzept gilt bis zum Beginn der Osterferien Ende März. Mittendrin soll ermittelt werden, ob es weitergeführt wird – und in welcher Form. Für die Ausweitung des Angebots zahlt der Senat fünf Millionen Euro.

„Wir sorgen seit Monaten mit vollem Angebot dafür, dass Berlin auch in der Pandemie sicher und zuverlässig mobil sein kann“, sagte BVG-Betriebsvorstand Rolf Erfurt. „Jetzt legen wir noch eine Schippe drauf. Dass wir es schaffen, in so kurzer Zeit rund 100 zusätzliche Busse auf die Straßen zu bringen, ist eine Riesenleistung. Gemeinsam mit den Berlinerinnen und Berlinern werden wir diese Pandemie meistern.“

Wie berichtet sollen die letzten Tatra-Straßenbahnen aus tschechischer Produktion, die zum BVG-Bestand gehören, vorerst nicht abgestellt werden. Ursprünglich sollte ihr Einsatz am Freitagabend auf der Linie M17 enden. „Die unverwüstlichen, aber leider nicht barrierefreien Tatra-Bahnen sollten genau jetzt eigentlich ihre letzten Runden in Berlin drehen. Nun schicken wir sie ebenfalls noch für einige Zeit als Verstärkung unserer Flotte auf die Strecken im Ostteil der Stadt“, sagte Erfurt.

Derzeit ist vorgesehen, sie als Verstärker auf den Linien M6 und M8 einzusetzen, hieß es wie berichtet am Montag in BVG-Kreisen. Das werde aber nur dann möglich sein, wenn für den jeweiligen Kurs ein Fahrer mit Tatra-Berechtigung zur Verfügung steht. Die Fahrten würden deshalb „nur vereinzelt und nicht vorhersehbar“ stattfinden, sagte ein Straßenbahner.