Berlin - Mieter sollen wie im Frühjahr 2020 auch in der zweiten Welle der Corona-Pandemie vor Wohnungsräumungen und Obdachlosigkeit geschützt werden. Dafür setzen sich die Senatsverwaltungen für Soziales und Justiz ein. „Aufgrund des Infektionsgeschehens in der Stadt“ und „der damit verbundenen Notwendigkeit, Quarantäne- und Isolierungsmöglichkeiten im häuslichen Bereich zu ermöglichen, erscheint es grundsätzlich nicht sinnvoll, dass Menschen aktuell Wohnraum verlieren“, stellt Staatssekretär Alexander Fischer aus der Senatsverwaltung für Soziales in einem Brief an Justizstaatssekretärin Daniela Brückner fest.

Gespräche mit den Sozialstadträten und der Sozialen Wohnhilfe in den Bezirken hätten ergeben, dass deren Beratungsleistung nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung stehe. Eine adäquate Betreuung zur Vermeidung von Wohnraumverlust oder die Vermittlung anderer Angebote sei „nicht in dem Umfang möglich“, wie dies erforderlich wäre. Erschwerend komme hinzu, dass vorhandene Unterkünfte für Wohnungslose „bereits jetzt bis an die Kapazitätsgrenzen ausgeschöpft“ seien, schreibt Fischer in dem Brief, der der Berliner Zeitung vorliegt. Eine Aussetzung von Wohnungsräumungen sei deswegen „fachlich dringend geboten“.

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