Für viele Fahrgäste der S-Bahn begann der Dienstag mit einer schlechten Nachricht. „Nach einer Weichenstörung im Bereich Ostkreuz ist der Zugverkehr unregelmäßig und verspätet“, hieß es. Betroffen war auch die Linie S3 von und nach Erkner – wieder mal. Zwei SPD-Abgeordnete aus dem Bezirk Treptow-Köpenick, durch den die stark genutzte Strecke führt, haben den Senat gefragt, wo die Probleme liegen. Sie bekamen „katastrophale Zahlen“ übermittelt, teilten Lars Düsterhöft und Tom Schreiber nun mit.

Als sich die S3 auf Erkner–Ostkreuz beschränkte, fuhren rund 99 Prozent der Züge nach Plan oder um weniger als vier Minuten verspätet. Das änderte sich, als die S3 nach Spandau verlängert wurde. Im August 2017 sank die Pünktlichkeitsrate auf 92,58 Prozent, sie blieb bei rund 93 Prozent. Als Gründe nannte die S-Bahn die hohe Zugdichte am Ostkreuz und die Tatsache, dass in Richtung Zentrum wegen Bauverzögerungen statt vier nur zwei Gleise befahrbar sind – bis Dezember 2018.

Ausfallquote 7,1 Prozent

Um den Betrieb zu stabilisieren, sei es „häufig erforderlich“, Fahrten ausfallen zu lassen, teilte die S-Bahn dem Senat mit. Von Januar 2017 bis März 2018 wurden 195.000 Zugkilometer auf der S3 nicht gefahren. Das ist eine Ausfallquote von 7,1 Prozent.

Warum kommt es zu Ausfällen und Verspätungen? Während der ersten vier Monate dieses Jahres waren in 10,5 Prozent der Fälle Infrastrukturstörungen schuld – betroffen waren Weichen und Signale. Fahrzeugstörungen hatte einen Anteil von 10 Prozent. Polizei- und Notarzteinsätze summierten sich auf 6,24, weitere Fremdeinwirkungen auf 7,2 Prozent. Weil sich Verspätungen übertrugen, verkehrten auch andere S-Bahnen nicht nach Plan. Anteil der „Sekundarstörungen“: 44 Prozent.

„Anstatt die Zerschlagung der S-Bahn voranzutreiben, sollte sich die Senatsverwaltung darauf konzentrieren, die Schieneninfrastruktur der DB Netz in den Griff zu bekommen“, kommentierten Düsterhöft und Schreiber. Der Senat sollte sich auch für mehr Personal auf den Bahnsteigen einsetzen, damit Polizei- und Feuerwehreinsätze nicht zur Einstellung des Verkehrs führen.