Berlin - Über Weihnachten sind vergleichsweise wenige Flüchtlinge nach Berlin gekommen - entsprechend ruhig blieb es auch an ihrer ersten Anlaufstelle. Die Lage am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) habe sich entspannt, sagte ein Sprecher der zuständigen Senatsverwaltung am Samstag. Vor Ort waren demnach nur ein paar Übersetzer und einige Wachleute.

Von Heiligabend bis zum zweiten Weihnachtsfeiertag kamen ihm zufolge knapp 450 Asylsuchende per Sonderzug aus Bayern in die Hauptstadtregion. Das waren demnach weniger als in den Tagen und Wochen zuvor. Neuankömmlinge wurden dem Sprecher zufolge in die Notunterkunft Olympiapark in der Glockenturmstraße gebracht. „Für Familien mit kleinen Kindern ging es weiter in eine spezielle Unterkunft in Marzahn“, sagte er.

Die Zahl der Ankommenden ging im Dezember auch insgesamt zurück. Mitte des Monats trafen nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales beispielsweise rund 270 Asylbewerber pro Tag Tag ein - Anfang November waren es durchschnittlich 600 bis 700. Seit Januar wurden in Berlin knapp 78.000 Asylsuchende registriert.

Freie Plätze auf dem Tempelhofer Feld

Die Behörde rechnet nach Weihnachten wieder mit steigenden Flüchtlingszahlen. In einem noch nicht belegten Hangar auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof gebe es noch freie Plätze. Dort zogen indes rund 600 Flüchtlinge in den Hangar 2 um. Grund waren nach Angaben der Senatsverwaltung nötige Arbeiten am undichten Dach von Hangar 1, in dem die Asylsuchenden - zumeist Familien - bisher untergekommen waren.

Zuletzt waren Neuankömmlinge in einigen neuen Notunterkünften untergebracht worden - darunter ein früheres Kaufhaus in Neukölln und ein ehemaliges Hotel in der Nähe des Potsdamer Platzes.
Am Sonntag wurde zugleich bekannt, dass das Land Berlin das Gebäude der Registrierungsstelle für Flüchtlinge in Wilmersdorf kauft. „Es ist alles unter Dach und Fach“, sagte eine Sprecherin der Finanzverwaltung.

Die ehemalige Zentrale der Landesbank gehe am 1. Januar 2016 in den Besitz des Landes über. Den Kaufpreis wollte die Behörde zunächst nicht nennen. Bisher gehörte das Gebäude dem Bund. Es war Mitte Oktober als neue zentrale Aufnahmestelle für ankommende Flüchtlinge in Betrieb gegangen. Damit sollte für eine Entspannung der Situation am Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) gesorgt werden. (dpa)