Fast genau vier Wochen nach dem Angriff einer verschleierten Frau auf eine Verkäuferin in einem arabischen Modegeschäft in der Neuköllner Sonnenallee hat die Polizei die Tatverdächtige gefasst. Es handle sich um eine 28-jährige Deutsch-Polin, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Sie soll die 40-jährige arabischstämmige Verkäuferin am 26. August zunächst beleidigt und dann geschlagen haben. Die Tatverdächtige trug zum Tatzeitpunkt einen Nikab – also einen von Musliminnen benutzten Schleier, der das Gesicht weitgehend verdeckt und der einer Burka ähnelt.

Auslöser für den Angriff war nach Zeugenangaben eine „leicht bekleidete“ Schaufensterpuppe des Ladens, mit  Lederdessous und Kunststoff-Handfesseln ausgestattet war.

Die Tatverdächtige sagte der Polizei, dass sie sich von der Aufmachung der Puppe in ihrem Glauben beleidigt fühlte.  In dem Fall ermittelt der für politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutz. Die Vorwürfe gegen die 28-Jährige lauten: Beleidigung, Hausfriedensbruch und Körperverletzung.

Als bei dem damaligen Vorfall der Angreiferin der Schleier verrutschte, hatte die Verkäuferin gesehen, dass die Angreiferin blonde Haare hatte und am Hals tätowiert war. Die Frau war zwei Mal in den Laden gekommen: Beim ersten Mal soll sie auf Deutsch und Türkisch gepöbelt haben und wurde rausgeworfen. Beim zweiten Mal kam sie gemeinsam mit einer anderen Frau und griff die Verkäuferin an.