Polizeibeamte stehen im Eingang eines Hauses in der Rigaer Straße. (Symbolbild)
Foto: dpa/Paul Zinken

Berlin-FriedrichshainDer aktuelle Konflikt um das linksradikale Wohnprojekt in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain hat sich am Freitag fortgesetzt. Polizisten waren erneut im Gebäude präsent, wie die Bewohner twitterten und Nachbarn beobachteten. Demnach begleiteten die Polizisten offenbar einen Hausverwalter und Handwerker in eine oder mehrere Wohnungen. Die Polizei kündigte Informationen für den Nachmittag an.

Die Bewohner schrieben am frühen Morgen, der Hausverwalter sei zusammen mit Polizisten im Treppenhaus unterwegs. „Hausverwalter droht, dort unsere Wohnung im 4. Stock räumen zu wollen.“

Die Polizei erwiderte daraufhin auf Twitter, dass es keinen Einsatz gebe. Wer nach wetterfester Kleidung suche, um zu demonstrieren, könne „sich getrost wieder hinlegen. Das ist ein #Fake“. Es habe nur den Einsatz am Donnerstag gegeben. „Aktuell ist nichts geplant.“

Im Lauf des Tages veröffentlichten die Bewohner dann Fotos von Polizisten im Hauseingang und Treppenhaus und Bilder, die einen Durchbruch durch eine Decke zeigten. „Bauarbeiter schlugen Loch vom Dachboden in den Raum einer Wohnung eines Mieters, um von dort in die besetzte Wohnung im 4. zu gelangen“, schrieben sie dazu. Das habe man aber verhindert. Die Bauarbeiter seien daraufhin wieder abgezogen oder von der Polizei „zurück gepfiffen worden“.

Am Donnerstag hatte die Polizei auf der Suche nach Beweisen Wohnungen in dem Haus durchsucht. Dabei hätten einige Bewohner Widerstand geleistet, Getränkekartons und Eier auf Polizisten geworfen und versucht, sie mit Farbe zu überschütten. Am Abend und in der Nacht nahm die sieben Menschen vorläufig fest. Dabei ging es um Widerstand gegen die Polizei und Beleidigung.

Grund für die Durchsuchung war laut Polizei der Verdacht der gefährlichen Körperverletzung und des Betruges. Eine Polizistin soll im Januar aus dem Haus heraus mit einem Laserpointer geblendet worden sein und eine Augenverletzung davongetragen haben. Die Polizei beschlagnahmte Unterlagen und Feuerwerkskörper. Am Donnerstagnachmittag demonstrierten etwa 200 Menschen gegen den Polizeieinsatz.

In der Rigaer Straße und Umgebung werden immer wieder Polizisten mutmaßlich von linksextremen Tätern mit Steinen, Flaschen und Farbbeuteln angegriffen und Autos beschädigt.