Zum Ende der ersten Schulwoche gab es an mehreren Berliner Schulen Covid-19-Infektionen – aber noch keine bestätigten Ansteckungen innerhalb einer Schule.
Bild: Volkmar Otto

BerlinDie gute Nachricht zuerst: Alle Berliner Schulen sind wieder geöffnet. Wie berichtet hatte das Friedrichshagener Gerhart-Hauptmann-Gymnasium am Mittwochabend die Schließung verkündet, weil eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Nachdem am Freitagmorgen klar war, dass die Tests bei ihren 70 Kolleginnen und Kollegen sowie einer Schulklasse negativ verlaufen waren, kehrten die Schülerinnen und Schüler ab der fünften Stunde in den Präsenzunterricht zurück.

Mit Stand vom Donnerstag waren aus sechs Bezirken Infektionsfälle an neun Schulen gemeldet worden. Am Freitag erfuhr die Berliner Zeitung von weiteren Fällen aus drei Bezirken. Wie das Schulamt Reinickendorf auf Anfrage mitteilte, gibt es dort nun an insgesamt sieben Schulen bestätigte Infektionsfälle: Zusätzlich zu den drei bereits bekannten Oberschulen wurde an der Lauterbach-Schule für eine Klasse und einen Leistungskurs für 14 Tage Quarantäne angeordnet – „beide wegen desselben Falles“, so eine Sprecherin. An der Hoffmann-von-Fallersleben-Grundschule sind 26 Kinder und eine Lehrkraft für 14 Tage in die Quarantäne geschickt worden.

Fälle in Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf

An der Otfried-Preußler-Grundschule wurden 24 Schülerinnen und Schüler sowie vier Lehrkräfte für eine Woche in Quarantäne geschickt. Ob in der Schule noch ein Massentest durchgeführt wird, prüfe das Gesundheitsamt noch. Auch an der Ringelnatz-Grundschule habe es einen Fall gegeben, hier prüfe das Gesundheitsamt derzeit noch den richtigen Umgang.

In Neukölln sind laut Bezirksstadträtin Karin Korte (SPD) zwei Geschwisterkinder an der Sonnen-Grundschule erkrankt, betroffen sind eine zweite und eine fünfte Klasse. An der Hugo-Heimann-Schule wurden eine Klasse und eine Lehrkraft wegen eines bestätigten Infektionsfalls bis zum 25. August in Quarantäne geschickt. In der Schule am Bienwaldring befindet sich eine Erzieherin in Quarantäne, hier sind keine Kinder betroffen. Ein weiterer Verdachtsfall an der Röntgen-Schule erwies sich als Fehlermeldung. Die zehn Angestellten der Karl-Weise-Grundschule, die nach der Erkrankung eines Kollegen ebenfalls in Quarantäne mussten, sind Korte zufolge alle negativ getestet worden.

Einzelne Bezirke signalisieren mehr Offenheit

Außerdem erfuhr die Berliner Zeitung, dass im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg derzeit zwei Schulen von Corona-Maßnahmen betroffen sind: An der Hector-Peterson-Schule befinden sich nach der Erkrankung eines Schülers eine Klasse und zwei Lehrkräfte in Quarantäne. An der Lina-Morgenstern-Grundschule befinden sich ebenfalls eine Lerngruppe und zwei Kontaktlehrkräfte in Quarantäne.

Unterdessen kommen nach einem Kommentar in dieser Zeitung aus einzelnen Bezirken Signale, dass sie die Öffentlichkeit in Zukunft regelmäßiger über Corona-Infektionen an Schulen informieren wollen. „Ich weiß noch nicht genau, wie das aussehen könnte. Aber ich finde die Idee gut, eine Wasserstandsmeldung einmal die Woche zu machen. Ich glaube, das würde allen helfen“, sagte die Neuköllner Schulstadträtin Karin Korte der Berliner Zeitung. „Man verrät ja kein Geheimnis: Alle wissen, wir haben Corona, und so etwas passiert eben.“

Update und Korrektur, 17. August 2020, 13 Uhr: Anders als zuvor berichtet hat es am Schiller-Gymnasium in Charlottenburg-Wilmersdorf keinen bestätigten Infektionsfall gegeben. Die Falschmeldung beruhte auf einem Irrtum im zuständigen Bezirksamt.