Berlin - Für den neuen Hauptstadtflughafen BER fließt voraussichtlich auch nach der für 2020 geplanten Eröffnung noch Steuergeld. Der Bundestag hat in dieser Woche den Weg für ein weiteres Darlehen an die Betreibergesellschaft frei gemacht. Der Haushaltsausschuss ermächtigte die Regierung, von 2020 bis 2022 rund 132 Millionen Euro für das problembehaftete Projekt zu überweisen. Die Miteigentümer Berlin und Brandenburg haben noch nicht über weitere Hilfen entschieden.

Der Verkehrs- und Finanzpolitiker der Linken im Bundestag, Jörg Cezanne, kritisierte, dass die Parlamentarier nicht umfassend informiert worden seien. Er sprach von „Geheimniskrämerei”, die für ernste finanzielle Probleme der Flughafengesellschaft spreche.

Der Finanzrahmen für den neuen Flughafen liegt aktuell bei rund 6,5 Milliarden Euro - beim ersten Spatenstich 2006 war noch von zwei Milliarden Euro die Rede gewesen. Planungsfehler, Baumängel und geplatzte Eröffnungstermine, aber auch Erweiterungen des Projekts sowie der Schallschutz trieben die Kosten jedoch in die Höhe. (dpa)