- Ein roter Mantel, in der Hand eine glänzende Glocke und dazu ein Lächeln, dass jedem sofort warm ums Herz wird: Willkommen, liebe Weihnachtsfrau. Und nein, es handelt sich nicht um eine Comic-Figur aus einem Disney-Film.

Sondern um einen neuen Service des Berliner Studierendenwerks. Dessen Weihnachtsmannvermittlung gibt es bereits seit dem Jahr 1949. Studenten können sich so an Weihnachten und in der Vorweihnachtszeit etwas dazuverdienen. Knapp 2700 Aufträge absolvierten 225 Studierende im Jahr 2016 – und waren damit am absoluten Limit, mussten mehrere Anfragen sogar absagen.

„Ab diesem Jahr werden wir deshalb auch Weihnachtsfrauen zur Bescherung schicken“, sagt Sprecherin Jana Judisch vom Studierendenwerk Berlin. Bisher konnten sich Studentinnen nur als Weihnachtsengel beteiligen – in weißem Kleid, mit Flügeln und Heiligenschein. Allerdings ist der Weihnachtsengel deutlich weniger gefragt als der klassische Weihnachtsmann.

„Ich finde es super, dass ich jetzt als Weihnachtsfrau zu Familien, in Vereine, zu Firmenfeiern und vor allem in Kitas gehen kann“, sagt die 30-jährige Natalia. Sie hat bereits Erfahrung damit, die Augen kleiner Kinder zum Leuchten zu bringen. „Ich habe einen kleiner Bruder, der acht Jahre jünger ist als ich“, so die hübsche Studentin zum KURIER. „Für ihn habe ich jahrelang den Weihnachtsmann gespielt. Und er hat mich nie erkannt…“

Sie sei die Frau vom Weihnachtsmann

Dass Frauen wie Natalia nun mit dem Weihnachtsmann-Geschäft eine der letzten Männer-Bastionen erobert haben, liegt übrigens nicht nur am Mangel an männlichen Bewerbern. Vor allem sehr kleine Kinder würden beim Anblick eines großen Mannes mit Vollbart eher schüchtern oder sogar ängstlich reagieren, hieß es bei der „Vollversammlung der studentischen Weihnachtsleute“.

Und was sagen die Weihnachtsfrauen eigentlich, wenn ein Kind mal fragt, warum nicht der „richtige“ Weihnachtsmann kommt? Dann erzählt die Weihnachtsfrau ihnen eine ebenso süße wie einleuchtende Geschichte: Sie sei die Frau vom Weihnachtsmann, lebe mit ihm gemeinsam im Wolkenschloss und habe schon immer geholfen, Geschenke einzupacken und Wunschzettel durchzusehen.

Aber weil es immer mehr Kinder auf der Welt gibt, schaffe ihr Mann es zeitlich einfach nicht mehr, zu allen Kindern zu kommen. Und deswegen würde sie sich diese Aufgabe jetzt mit ihrem Mann teilen…