Feuerwerk am Brandenburger Tor. 
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BerlinSie kommen aus Spanien oder Australien, tragen bunte Brillen und leuchtende Armbänder – und für sie ist es der Höhepunkt des Jahres: Die riesige Silvesterparty am Brandenburger Tor. „Über ein Jahr habe ich mit meinem Freund gespart, damit wir uns den Trip nach Berlin leisten können“, erzählt die 23-jährige Ashleigh aus Brisbane am Silvesterabend begeistert.

Bereits am Flughafen hätten sie andere Reisende getroffen, die nur für die Party am Brandenburger Tor angereist seien. Tausende waren seit dem Nachmittag auf die Feiermeile zwischen dem Pariser Platz und dem Großen Stern gekommen.

Strenge Sicherheitskontrollen

An den Eingängen hatten sich aufgrund der strengen Sicherheitskontrollen lange Schlangen gebildet. Feuerwerk, Glasflaschen und größere Taschen waren auf dem Gelände verboten. 600 bis 800 Mitarbeiter privater Sicherheitsfirmen sollten für die Sicherheit der Gäste sorgen, sagte eine Sprecherin des Veranstalters.

Tausende Menschen stehen an der Einlasskontrolle, um Silvester am Brandenburger Tor bei Deutschlands größter Party zum Jahreswechsel zu feiern.
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„Fast eine Stunde standen wir in der Schlange“, erzählt Anabel aus Spanien. Sie sei extra aus Málaga angereist, um mit ihrem Bruder, der in Hamburg studiere, Silvester zu feiern. „Das ist die bekannteste Silvesterparty Europas“, schwärmt sie. Da nehme man auch die lange Wartezeit und Kälte in Kauf.

Am besten gefalle ihr das internationale Ambiente. „Man trifft Leute aus vielen verschiedenen Städten und Ländern“, so Anabel. Nur Berliner suche sie bislang noch vergeblich. Die feierten wohl lieber private Partys, vermutet die Spanierin.

Party vor Brandenburger Tor: Alle Zugänge geschlossen

Die Zugänge zur Festmeile vor dem Brandenburger Tor wurden am Abend wegen des großen Andrangs geschlossen, wie die Veranstalter mitteilten. Dabei waren mit der riesen Silvestersaue nicht alle so zufrieden: „Hab jetzt schon keen Bock mehr“, ertönt da eine Frauenstimme. Etwa eine Berlinerin? „Ja, ich bin aus Berlin“, sagt Sarina fast peinlich berührt.

Sie sei nur hier, weil ihre Freunde aus München unbedingt einmal im Leben Silvester am Brandenburger Tor verbringen wollten. „Mir ist es zu voll, zu laut, zu unpersönlich. Das geht den meisten Berlinern so“, erzählt die 25-Jährige. Ein Pariser würde schließlich auch nicht am Eiffelturm Silvester feiern.

Tausende Menschen feiern Silvester am Brandenburger Tor bei Deutschlands größter Party zum Jahreswechsel.
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Böller-Verbotszonen in Berlin

Doch auch andernorts in der Stadt mussten Feierende an diesem Abend mit Zugangskontrollen rechnen. Rund um den Alexanderplatz sowie in einigen Straßen um die Pallasstraße in Schöneberg wurden am Dienstagabend Absperrgitter aufgebaut - dort galt ein Böllerverbot. Die Schöneberger Verbotszone - und damit auch ein Abschnitt der Potsdamer Straße - wurde auch für den Autoverkehr gesperrt. Die Polizei war mit einem Großaufgebot an beiden Orten im Einsatz, in Schöneberg stand auch ein Wasserwerfer.

Vor dem Brandenburger Tor hat sich Anabel aus Spanien derweil mit ihrem Bruder bis zur Silvester-Bühne vorgekämpft. Sängerin Kerstin Ott eröffnet dort Eröffnung die große Show.

Am Abend sollten unter anderem noch die schwedische Rockband Mando Diao und Schlagerstar Frank Zander auftreten. Im kommenden Jahr wolle Anabel Silvester dann übrigens in London am großen Riesenrad feiern. Vielleicht lernt sie dort dann ja ein paar Berliner kennen.