In der glühenden Mittagshitze brodelt Öl im Topf auf dem Gaskocher. Im Eimer daneben ruht eine klebrige weiße Masse. „Das ist Reismehl mit Kokoswasser, Sesam, Palmzucker und Salz“, erklärt die Frau, die hinter dem Kocher auf einem Hocker sitzt und in flinken Bewegungen Kochbananen in Scheiben schneidet, die dann im Teig gewendet und im Fett ausgebacken werden. „Ein Rezept von meiner Oma“, sagt die Frau, die sich als Jiraphan vorstellt und lächelnd ein heißes Stück Banane herüberreicht. Eigentlich ist es viel zu warm für warmes Essen, und doch will man am liebsten alles probieren, was hier so zubereitet wird. Alles, bis auf die frittierten Insekten vom Nachbarstand vielleicht.

An diesem Sonntag sind um die hundert asiatische Frauen auf der Liegewiese im Preußenpark zusammengekommen, für die sich längst der Name Thaiwiese eingebürgert hat. Unter bunten Sonnenschirmen haben Thailänderinnen, aber auch Philippinerinnen und Vietnamesinnen kleine, improvisierte Stände aufgebaut. Sie bereiten frische Mangosalate zu, es gibt gegrillte Tilapiabarsche, Hähnchenspieße, Kokosmilchsuppen, gedämpften Tofu im Bananenblatt. Die Frauen sitzen auf der Erde oder auf kleinen Plastikstühlchen, um sie herum riesige Einkaufstüten und Kühlboxen.

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