Der Kampf gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist heute (Donnerstag/13.00) Thema im Berliner Abgeordnetenhaus. Auf Antrag der Piraten-Fraktion debattieren die Abgeordneten am Internationalen Tag gegen den Rassismus (21. März) dabei auch die Situation der Flüchtlinge in Berlin.

Seit einem halben Jahr campieren rund 100 Flüchtlinge und Asylbewerber an verschiedenen Orten in Berlin, um ihren Forderungen nach Arbeitserlaubnissen, Abschaffung der Residenzpflicht und von Gemeinschaftsunterkünften Nachdruck zu verleihen.

Die Piraten fordern vom rot-schwarzen Senat konsequente Aufklärung, Prävention und Verfolgung „statt Lippenbekenntnissen und Wahlkampfgeplänkel“.

Unter dem Motto „5 vor 12“ will der Türkische Bund gegen die NSU-Mordserie und den anhaltenden Alltagsrassismus protestieren. In den Berliner Stadtteilen Kreuzberg, Mitte und Schöneberg sollen türkische Läden schließen.

„Ich bin Türkin“

Auch zahlreiche Prominente wie etwa Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel unterstützen mit der Plakataktion „Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland“ den Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus in Deutschland. Auch Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit ist auf einem der neun Plakate zu sehen, die Vorurteile gegenüber Herkunft, Hautfarbe und Homosexualität thematisieren.

Der „Internationale Tag zur Überwindung der Rassendiskriminierung“ will an den Kampf gegen rassistische Gewalt, Stereotypen in den Medien und Alltagsdiskriminierung erinnern. Der Tag wurde 1966 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Das Datum erinnert an das Massaker von Sharpeville in Südafrika: Am 21. März 1960 töteten dort Polizisten bei einer friedlichen Demonstration gegen die Apartheid 69 Menschen.

In Deutschland wird der Tag als Höhepunkt der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ (11. bis 24. März) gefeiert. Rund 70 Organisationen mahnen auf mehr als 1000 Veranstaltungen, gegen Rassismus und für kulturelle Vielfalt zu kämpfen. (dpa/BLZ)