Berlin - Berlin soll zum Zentrum der weltweiten Pandemie-Früherkennung werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Charité richten dafür eine gemeinsame Plattform ein. Hier sollen alle Daten zusammenfließen. Solch ein weltweites Zentrum ist immens wichtig. Denn die Gefahren wachsen. 75 Prozent aller neuen Infektionskrankheiten beim Menschen haben ihren Ursprung im Tierreich. Die Globalisierung, die Ausbreitung des Menschen in bisher unbesiedelte Regionen erhöhen die Gefahr für Zoonosen. Zu diesen gehören etwa Ebola, Zika, Sars, Mers und Covid-19.

Es ist eine Bestätigung für die Berliner Forschung, dass solch ein Zentrum gerade hier eingerichtet wird. Die Charité arbeitet seit längerem daran, die Vorhersagbarkeit von Epidemien und Pandemien zu verbessern. Mehrere Institute haben sich zu einer Nationalen Forschungsplattform für Zoonosen zusammengeschlossen.

Um aber Bedrohungen weltweit frühzeitig zu erkennen, müssen Institute und Länder global zusammenarbeiten. Erinnert sei daran, wie schwierig es für eine WHO-Delegation war, überhaupt nach China einzureisen, um nach dem Ursprung von Sars-CoV-2 zu forschen. Noch immer steht im Raum, dass das Virus einem Labor entwichen sein könnte. Der Berliner Virologe Christian Drosten erklärte mehrfach, nach China reisen zu wollen, um zu untersuchen, ob das Virus aus der Pelzindustrie stammt. Stichwort: Marderhunde. Vergeblich!

Nein, es braucht gar keinen Laborunfall für solch eine Zoonose. So etwas könnte jederzeit überall passieren: in den Wäldern Brasiliens, irgendwo in Afrika, in Russland, den USA oder auf einer europäischen Geflügelfarm. Nötig ist eine nie dagewesene weltweite Transparenz, um die Aufgabe zu lösen, der sich das Berliner Zentrum jetzt im Auftrag der WHO stellen muss. Und nach dieser Transparenz sieht es zurzeit nicht aus.