Weltweiter Vergleich: Warum Berlins Nahverkehr auf Platz 1 kommt

Berlin - Bei einem weltweiten Vergleich von Nahverkehrssystemen hat Berlin sehr gut abgeschnitten. Was die Geschwindigkeit im öffentlichen Verkehrsnetz anbelangt, kam die deutsche Hauptstadt auf den ersten Platz. Wenn es darum geht, wie viele Einwohner innerhalb einer bestimmten Zeit mit Bahn und Bus erreicht werden können, errang Berlin immerhin Platz fünf. Für das Projekt CityChrone haben Indaco Biazzo von der Technischen Universität Turin und seine Mitstreiter online verfügbare Fahrplandaten sowie andere Zahlen aus 32 Städten analysiert. Die BVG und die S-Bahn können sich gelobt fühlen. 

Sie wollten herausfinden, wie gut Stadtbereiche erreichbar sind und ob dies zu Ungleichheiten beiträgt. Für ihre Berechnungen teilten die Forscher die Städte in kleine sechseckige Felder ein. Berücksichtigt wurden Bereiche, die nicht mehr als 15 Minuten Fußweg von Stationen des Nahverkehrs entfernt liegen. Für die Zeit zwischen 6 und 22 Uhr wurde eine durchschnittliche Reisedauer berechnet, die sich aus Fußweg und Fahrt zusammensetzt.

Schlusslichter sind Washington, San Diego und Mexico City

Wie dicht eine Stadt bebaut ist und wie gut ihr Nahverkehrssystem ist, spielt offenbar eine wesentliche Rolle. „Berliner und Pariser können den Raum um sich herum mindestens 20 Prozent schneller erkunden als andere“, lautet ein Ergebnis, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Auf den nächsten Plätzen folgen Helsinki, Athen, Prag, London und New York. Schlusslichter beim Thema Stadtgeschwindigkeit („City Velocity“) sind Washington, San Diego und Mexico City. Berlin ist die einzige deutsche Stadt, die einbezogen wurde. Wien, das oft als Vorbild dargestellt wird, kam auf Platz 22.

Die Forscher untersuchten auch, wie gut Menschen durch Nahverkehrssysteme miteinander verbunden werden. „City Sociality“ lautete das Stichwort. Heraus kam, dass in Paris innerhalb von rund 45 Minuten Fahrt die meisten Menschen erreicht werden können. Es folgen New York, Madrid, London, Berlin sowie Athen. Auf den hintersten Rangplätzen stehen dieses Mal Toulouse, Brisbane und erneut San Diego. (mit dpa)