In Berlin herrscht Wohnungsknappheit.
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BerlinIn Berlin haben immer weniger Menschen Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS), der für den Bezug einer klassischen Sozialwohnung benötigt wird. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Gaby Gottwald hervor. 

Danach sank die Zahl der WBS-Berechtigten mit Anspruch auf eine klassische Sozialwohnung von rund einer Million im Jahr 2014 auf nur noch 776.100 im Jahr 2018. Hintergrund: Die Einkommensgrenzen, die für den Bezug einer Sozialwohnung eingehalten werden müssen, haben sich in den vergangenen Jahren nicht verändert. Sie sind laut Senatsantwort „statisch“.

Von den grundsätzlich WBS-Berechtigten beantragen laut Senat immer mehr Menschen einen WBS. So stieg die Zahl der WBS-Inhaber mit Anspruch auf eine klassische Sozialwohnung von 25.339 im Jahr 2014 auf 42.337 im Jahr 2018.

Ein WBS wird für den Bezug der rund 100.000 alten Sozialwohnungen oder den Einzug in eine der seit 2014 mit öffentlichen Mitteln geförderten neuen Sozialwohnungen benötigt. Anspruch auf eine klassische Sozialwohnung in Berlin haben Haushalte, deren Einkommen die Einkommensgrenzen des Bundes für den sozialen Wohnungsbau um maximal 40 Prozent überschreitet.

Für einen Einpersonenhaus liegt die Einkommensgrenze in Berlin bei 16.800 Euro, für einen Zweipersonenhaushalt bei 25.200 Euro. Ein kleiner Teil der neuen Sozialwohnungen kann an Haushalte vermietet werden, deren Einkommen die Einkommensgrenzen des Bundes um bis zu 80 Prozent überschreitet.