Weniger Leerstand: Die Reserve an Wohnungen ist fast aufgebraucht

Berlin - So ist bei den 142 Mitgliedsunternehmen des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Berlin im vergangenen Jahr um 3000 auf nur noch 17.000 gesunken. Damit ist der niedrigste Leerstand seit fast 20 Jahren erreicht, teilte BBU-Chefin Maren Kern am Donnerstag mit. „Die Leerstandsreserve unserer Mitgliedsunternehmen geht zunehmend gegen Null“, sagte Kern. Die BBU-Mitgliedsunternehmen vermieten rund 700.000 Wohnungen, das sind etwa 40 Prozent aller Mietwohnungen in der Hauptstadt.

Besonders alarmierend: Von den 17.000 Wohnungen stehen nur noch knapp 4 400 wegen Vermietungsschwierigkeiten leer. Das Gros der übrigen Unterkünfte ist wegen eines Mieterwechsels oder wegen einer gerade laufenden Modernisierung nicht belegt. Selbst von den 4400 Wohnungen mit Vermietungsschwierigkeiten kommen laut BBU nicht mehr alle für eine Anmietung in Betracht, weil darunter viele teure Sozialwohnungen sind, deren Miete kein bedürftiger Haushalt aufbringen kann.

Diese Wohnungen sind zwar frei, aber nicht bezahlbar. Die Leerstandsquote sank bei den BBU-Mitgliedsunternehmen im vergangenen Jahr von 3 auf 2,6 Prozent. Am stärksten verringerte sich der Leerstand in Marzahn-Hellersdorf. Hier reduzierte sich die Zahl der nicht vermieteten Wohnungen um 1,3 Prozentpunkte auf vier Prozent. Am niedrigsten war der Leerstand in Wilmersdorf (1,2 Prozent), Charlottenburg und Hohenschönhausen (je 1,3 Prozent).

Der sinkende Wohnungsleerstand gilt als Indiz für eine Verknappung auf dem Wohnungsmarkt. Ausdruck dieser Verknappung ist laut BBU auch die sinkende Zahl von Umzügen. Der Anteil der Wohnungskündigungen durch die Mieter hat sich laut BBU im vergangenen Jahr weiter verringert. Mit acht Prozent liegt der Anteil um 1,5 Prozentpunkte unter dem Niveau von 2001. „Das sind rund 10.000 Umzüge weniger im Jahr“, so Kern.

Der BBU fordert die Berliner Landesregierung auf, den Wohnungsneubau stärker zu unterstützen. Ohne Förderung müssten in den Neubauwohnungen Mieten von 8,50 Euro (kalt) verlangt werden. Das wäre für das Gros der BBU-Mieter zu teuer. Die BBU-Mitgliedsunternehmen würden derzeit bis 2016 nur den Bau von 2300 Wohnungen planen. Es müsse deswegen über einen Mix aus Neubauanreizen und Förderung nachgedacht werden, so Kern.

Ein besonderes Problem sind die steigenden Baukosten. Sie zogen seit 2005 um 22 Prozent an.