Berlin - In Berlin ist die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen weiter rückläufig. Die Berliner Bauaufsichtsbehörden haben im vergangenen Jahr nach Angaben des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg insgesamt 18.716 Wohnungen genehmigt. Das sind 8,5 Prozent weniger als im Vorjahr. 17.005 der genehmigten Wohnungen sollen in reinen Neubauten entstehen. Weitere 1711 Wohnungen sollen durch Baumaßnahmen in bestehenden Gebäuden hinzukommen, zum Beispiel durch den Dachgeschossausbau.

15.322 der genehmigten Neubauwohnungen entstehen in Mehrfamilienhäusern. Das entspricht einem Rückgang um 7,3 Prozent im Vergleich zum Jahr 2020. In neuen Ein- und Zweifamilienhäusern sind hingegen 1503 Wohnungen geplant, das sind 14,1 Prozent mehr als im Jahr 2020. Unterm Strich sind in Berlin damit schon zum fünften Mal in Folge die Genehmigungszahlen für den Wohnungsneubau zurückgegangen.

Neubauziele noch erreichbar

Die ehrgeizigen Pläne der rot-grün-roten Regierung zum Bau von 20.000 Wohnungen pro Jahr erhalten dadurch zwar einen Dämpfer. Zu erreichen ist das Ziel aber dennoch. Denn bis Ende 2020 waren in Berlin gut 66.000 Wohnungen genehmigt, aber noch nicht fertiggestellt. Im Fachjargon wird dieses Phänomen als Bauüberhang bezeichnet. Da in der Regel rund 90 Prozent der genehmigten Wohnungen tatsächlich auch irgendwann gebaut werden, ist die Fertigstellung von jährlich bis zu 20.000 Wohnungen noch immer möglich – jedenfalls rein rechnerisch.

Im Gegensatz zu Berlin sind in Brandenburg im vergangenen Jahr mehr Wohnungen genehmigt worden. Die Zahl stieg nach Angaben des Amtes für Statistik um 16,3 Prozent auf 15.465 Wohnungen. Mit 6818 Neubauwohnungen entsteht dabei allerdings ein besonders hoher Anteil in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Verband fordert beschleunigte Planungsverfahren

„Die 2021 in Berlin weiter gesunkenen Baugenehmigungszahlen sind noch ein Echo des schwierigen Neubauklimas aus der letzten Legislatur“, sagte die Chefin des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) Maren Kern. „Eben dort gilt es jetzt tatkräftig gegenzusteuern.“ Die Ankündigung der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD), den Neubau zur Chefinnensache zu machen, sei „ein erster sehr wichtiger Schritt“.

Weitere Ansatzpunkte seien die Beschleunigung von Planungsverfahren, die digitale Stärkung der Verwaltung, der Ausbau des Verkehrsnetzes und mehr bezahlbares Bauland, auch für Genossenschaften, so Kern. „Wir setzen darauf, dass das derzeit verhandelte ‚Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen‘ hierfür einen starken Rahmen schaffen wird“, erklärte die BBU-Chefin.