Haben sich zusammengetan, um ihr Haus vor dem Verkauf an einen Investor zu retten: die Bewohner der Taborstraße 3, in der Mitte Nicole Kieslich mit ihrem Beagle.
Foto: Privat

BerlinSeit der Brief vom Bezirksamt kam, kann Nicole Kieslich nicht mehr schlafen. In dem Brief stand, dass das Haus im Kreuzberger Wrangelkiez, in dem sie vor acht Jahren mit ihrer kleinen Tochter und ihrem Hund ein Zuhause gefunden hatte, verkauft werden soll. Ein Vorvertrag wurde bereits unterschrieben, Kaufsumme 2,5 Millionen Euro. Das Bezirksamt lud sie und die anderen Bewohner des Hauses in der Taborstraße 3 ein, um sie zu informieren, wie es jetzt weitergeht. Und Nicole Kieslich, eine quirlige Frau Anfang 50 mit wilden Locken, fühlt sich nicht mehr sicher in ihrem Zuhause.

Zwei Wochen sind vergangen, seit der Brief kam. Es ist ein sonniger Nachmittag, Nicole Kieslich sitzt auf einer Bank vor dem Haus. Auf dem Bürgersteig haben sich ihre Nachbarn versammelt, jemand hat Muffins gebacken, Weißwein mitgebracht. Im ersten Stock hängt ein Transparent: „Stein und Mörtel bauen ’n Haus, Geist und Seele schmücken es aus.“ Aus einer Musikbox klingt Rio Reisers Häuserkampfhymne: „Das ist unser Haus.“

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