Berlin - Gesünder essen, ist schon schön, dachte sich ein Freund. Und er kannte Leute, die gesundes und auch leckeres Essen kochen. Obwohl er bekennender Fleischesser und Angler ist, ernährt er sich an manchen Homeoffice-Tagen vegan. Früher hat er sich meist etwas mit viel Nudeln und Käse gebrutzelt.

Nun bestellte er ein vietnamesisches Essen namens Com Xao Bo – in Sesam paniertes veganes Tofu mit Gemüse und Zitronengras-Chili. Er orderte es über einen bekannten Lieferdienst und rief extra früh an, damit das Essen zum großen Mittagshunger da ist.

Doch das Essen kam nicht. Als doppelt so viel Zeit wie üblich verstrichen war, rief er im Restaurant an. Der Koch sagte freundlich, das Essen sei lange fertig, der Fahrer aber nicht da. Er solle sich an den Lieferdienst wenden oder das Essen selbst abholen und aufwärmen. Der Freund sagte: Ich habe extra per Lieferdienst bestellt, weil ich arbeiten muss und keine Zeit habe. Und ich habe extra etwas Frisches bestellt, weil ich nichts Aufgewärmtes will. Der Koch sagte: „Stornieren können Sie nicht. Ich habe meinen Teil des Deals erfüllt.“

Der Freund wollte Druck beim Lieferdienst machen. Doch auf der Internetseite gab es keine Telefonnummer. Der Lieferdienst schrieb: „Bei Problemen wenden Sie sich bitte ans Restaurant.“ Er schrieb dem Lieferdienst eine Mail. Ohne Antwort.

Der Arbeitstag war fast gelaufen

Er ärgert sich. Na klar, kann etwas schiefgehen. Aber warum wurde er nicht informiert? Andere hätten sich entschuldigt und ihm einen Gutschein gegeben.

Er verbrachte viermal so viel Zeit wie sonst mit Warten und achtmal so viel mit Ärgern. Dann kochte er Nudeln, schwenkte sie in ausgelassenen Salamiwürfeln und streute viel Käse drüber. Statt mit leichter Kost im Magen am Schreibtisch zu sitzen, lag er mit dickem Bauch faul auf der Couch. Der Arbeitstag ist fast gelaufen.

Das Essen kam nie. Als er aus dem Mittagsschlaf erwachte, schrieb er wieder Mails an den Lieferdienst. Er wollte sein Geld zurück. Es ging um 7,90 Euro für das Essen und 30 Prozent Liefergebühr. Auch eine Woche später hat er weder Geld noch eine Entschuldigung erhalten.

Er setzte diesen Service auf seine Tabu-Liste. Nun bestellt er direkt im Restaurant, spart die teure Liefergebühr, und holt das Essen selbst. Gesunde Kost und Bewegung – zwei gute Dinge auf einmal.