Berlin/Wiesbaden - Hurrikan Humberto hatte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 km/h an der Südostküste der USA, den Bahamas und anderen Inseln für Zerstörungen und mindestens zwei Todesopfer gesorgt. Nun kommt das, was von Humberto übrig ist, auf uns zu. Die Kräfte des Ex-Hurrikans sind allerdings auf die eines gewöhnlichen Sturmtiefs zusammengeschrumpft.

Derzeit hat sich Humberto bis zu den Britischen Inseln vorgekämpft und bringt uns in den kommenden Stunden Regenwolken, aus denen in unserer Region aber laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auch nur leichte Niederschläge abregnen. Diese werden zur Nacht hin abklingen. Dabei erreichen die Höchstwerte immerhin noch 18 Grad und bleiben auch in der Nacht mit überwiegend zweistelligen Tiefstwerten mild.

Donnerstagmorgen Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern

Autofahrer im Berliner Umland sollten sich am Donnerstagmorgen auf Nebel einstellen, der stellenweise nur Sichtweiten von unter 150 Metern erlaubt. Vom Westen her zieht Regen heran. Zwischen Berlin und dem Osten Brandenburgs hat die Sonne tagsüber noch gute Chancen, bis die Regenwolken spätestens nachts über die ganze ganze Region ziehen. Dabei bleibt es tagsüber erneut mild mit maximal 20 Grad, und nachts sacken die Tiefstwerte kaum unter die 15-Grad-Marke.

Wer am Wochenende in der Region unterwegs ist, sollte sich auf Schauer und Regen einstellen: Zwar bleiben die Temperaturen erneut geradezu spätsommerlich mit Höchstwerten bis zu 22 Grad, aber unter nahezu geschlossener Bewölkung am Sonnabend fällt immer wieder Regen, und die Hoffnung auf Auflockerungen am Sonntag erfüllt sich auch kaum.

Sturmtief mit Orkanböen bis zu 130 km/h

Doch es kommt noch dicker: Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) erwartet gleich am frühen Montag ein Sturmtief, das nach aktuellen Berechnungen ausgerechnet über den Norden, die Mitte und den Osten Deutschlands zieht. Unsere Region wird folglich eine ordentliche Ladung Sturm abbekommen. Wetterexperte Jung: „Selbst in den Tieflagen wären durchaus sogar Orkanböen bis 120 oder sogar 130 km/h möglich." Brisant: Noch sind die Bäume dicht belaubt. Sturmböen könnten dazu führen, dass Äste abfallen oder ganze Bäume gefällt werden. Die Folgen für Straßen- und Bahnverkehr haben wir aus vergangenen Stürmen noch bestens in Erinnerung.

Den kommenden Sturm, erklärt Dominik Jung, berechnen derzeit die beiden führende Wettermodelle: das europäische und das US-Wettermodell. Beide sagen für den frühen Montagmorgen eine gefährliche Sturmentwicklung voraus.

Was uns genau blüht und wie kräftig der Sturm aufdreht, ist rund fünf Tage vorher nicht exakt vorhersehbar. Dass uns da eine kräftige Sturmfront entgegenweht, zeigen die Wettermodelle allerdings bereits seit mehreren Tagen an.

Diplom-Meteorologe Jung rechnet mit einer „Palette von Sturmböen bis hin zu Orkanböen und die auch im Flachland. Dieser heftige Herbststurm könnte den Montagmorgen ganz schön durchrütteln." Erste Sturmausläufer würden uns demnach bereits am Sonntagabend erreichen.

Temperaturknick, und dann der Goldene Oktober?

Der schöne Altweibersommer, den das Traumwetter vom vergangenen Wochenende eingeleitet hatte, er fällt wohl erst einmal aus. Der Temperaturtrend Richtung Oktoberstart deutet dann auch noch auf einen spürbaren Temperaturknick: Der Herbst klopft mit einstelligen Nachttemperaturen und etwas kühleren Höchstwerten zart an. In den Gipfellagen der Mittelgebirge rechnet Wetterexperte Jung sogar mit Schneeflocken. 

Doch dann keimt neue Hoffnung auf: Ein neues Hoch könnte die Tür zu einem Goldenen Oktober aufstoßen. Bis dahin heißt es allerdings: Regendichte Kleidung bereithalten und ab Montag Vorsicht vor möglicherweise gefährlichen Sturmböen. JSt