Wetter in Berlin - Hundstage: Heiße Sahara-Luft und Unwetter-Front im Anmarsch

Was für ein kurioser kalendarischer Zufall: ausgerechnet jetzt, zum ausklingenden Juli, wiederholt sich das Hitze-Szenario von Ende Juni. Wetterexperte Dominik Jung erklärt die sich gerade herausbildende Großwetterlage: "Wieder kommt aus der Sahara sehr warme bis heiße Luft über Spanien und Frankreich bis zu uns nach Deutschland gezogen."

Lokal bis zu 37 Grad möglich

Die Folge: Die 30-Grad-Marke wird voraussichtlich in unserer Region bereits am Sonnabend geknackt. Und kommende Woche heben die heißen Höchstwerte nochmals ab: Lokal hält Diplom-Meteorologe Jung sogar bis zu 37 Grad für möglich.

Noch ein kalendarischer Zufall: Diese extreme Hitze fällt ziemlich genau in die Zeit der Hundstage, die traditionell am kommenden Dienstag, den 23. Juli starten. Der Begriff der Hundstage hat allerdings meteorologisch keine große Bedeutung, er bezeichnet lediglich die Zeit bis zum 23. August, in der eben üblicherweise der Hochsommer mit heißen Tagen und teils tropischen Nächten fällt. Diese Überlieferung hat aber für unser aktuelles Wetter keine Relevanz mehr: Bereits Anfang Juni hatten wir die 30-Grad-Marke überschritten.

Unwetterfront bringt Gewitter, Starkregen, Hagel, Böen

Jetzt also eine neue Hitzewelle - wie weit die Höchstwerte reichen, ist noch nicht völlig klar, denn die heiße Luft kommt bereits am Samstag heftig in Bedrängnis: Eine Unwetterfront bringt teils heftige Gewitter zunächst in den Westen Deutschlands mit kräftigen Böen, Starkregen und Hagel.

Die Aussichten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für unsere Region schauen allerdings weit weniger dramatisch aus. Am heutigen heiteren Donnerstag können die Höchstwerte noch bis zu 28 Grad steigen. Die Nacht zu Freitag bleibt mild bei minimal 13 bis 16 Grad. Dabei verdichten sich Wolken zwischen Prignitz und Fläming, und dort kann es etwas regnen.

Freitag hängen in einem Streifen zwischen Uckermark und Niederlausitz viele Wolken am Himmel, und vereinzelt rechnet der DWD dort mit Schauern. Zum Abend hin können sich im Bereich Barnim und Niederlausitz auch Gewitter herausbilden. Ein paar Tropfen könnten im Tagesverlauf auch im Berliner Raum fallen.

Sonnabend bis 32 Grad

Die Nacht zu Sonnabend bleibt sehr mild bei Tiefstwerten zwischen 13 und 17 Grad. Der Tag beginnt freundlich mit wenigen Wolken am Himmel, und die Temperaturen schießen steil nach oben: Bis zu 32 Grad sind laut DWD drin. Ab Nachmittag kann es dann aber vom Nordwesten her, um den Bereich der Prignitz herum, zu Schauern und auch möglichen Gewittern kommen.

Die Bewölkung verdichtet sich in der Nacht zu Sonntag auch in den übrigen Landesteilen. Auf Schauer und örtliche Gewitter sollte man sich dann einstellen. Die werden dann allerdings zum Morgen hin nach Polen abziehen. Erneut bleibt die Nacht recht mild mit minimal 15 bis 19 Grad.

Der Sonntag startet noch mit einzelnen Schauern, aber im Tagesverlauf ergreift die Sonne immer entschlossener die Regie. Maximal 30 Grad sind nun drin. 

Nach einer weiteren lauschigen Nacht mit minimal 13 bis 16 Grad schaltet der Montag zunächst in den Rückwärtsgang: Nun reichen die Höchstwerte noch von 23 bis 26 Grad. Im Wochenverlauf geht es jedoch wieder steil nach oben. Wie weit die Höchstwerte genau reichen, ist noch nicht ganz ausgemacht, und auch wie lange die neue Hitzephase anhält, muss sich erst noch zeigen. Die aktuellen Prognosen deuten eher darauf hin, dass unserer Region Hitzeextreme erspart bleiben. 

Dieser erwartet Wetterexperte Jung in Westdeutschland und vor allem in Frankreich: "Dort werden in der Spitze 40 bis 42 Grad erreicht werden", so Jung.