Berlin - Frank Richter schraubt die Unterseite des Laptops auf, der vor ihm auf dem Tisch liegt. Fast täglich bereitet er als Techniker mobile Endgeräte wie Smartphones oder Laptops für Obdachlose, Menschen mit Fluchterfahrung oder Jugendliche auf, die in betreuten Wohnformen leben. Richter erledigt die Aufgabe als Techniker für das Projekt „Digitales Zuhause“, das die gemeinnützige Organisation Neue Chance im Mai dieses Jahres ins Leben gerufen hat – mitten in der Corona-Krise.  

„Gerade in der Pandemie wurde deutlich, dass ein erheblicher Teil der Menschen in betreuten Wohnformen sehr isoliert lebt“, sagt Anna Lederle, Sprecherin der Neuen Chance. Vielen von ihnen mangele es an mobilen Endgeräten, an Zugang zum Internet oder an Medienkompetenz. „Die Menschen haben so gar keine Möglichkeit, Bewerbungen zu schreiben, Wohnungen zu suchen, sich im Internet zu informieren oder einfach nur zu kommunizieren“, sagt Lederle. Auch der Wegfall von Tagesstrukturen und dem persönlichen Kontakt zu den Betreuungseinrichtungen während der Corona-Krise könne nur schwer ersetzt werden, da digitale Mittel fehlen. Das Risiko für stressbedingte, depressive und oder psychotische Reaktionen steige.

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