Die Gesundheitssenatoroin bat die ältere Bevölkerung, sich an die Regeln in der Coronakrise zu halten.
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BerlinDas wurde Zeit. Mit ihrem Appell explizit an die ältere Bevölkerung, sich in der Coronakrise unbedingt an die Regeln der Selbstquarantäne zu halten, spricht Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci sicher sehr vielen Menschen in der Stadt aus der Seele.

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Risikogruppen schützen

Daran ist auch nichts falsch zu verstehen. Selbstverständlich ist es richtig, dass sich die gesamte Gesellschaft darauf konzentriert, ihre Alten und andere Risikogruppen zu schützen. Schließlich galten diese vom ersten Tag des Virusausbruchs an als besonders anfällig und gefährdet.

Dass dabei Bürgerrechte aufgegeben werden und ganze Wirtschaftsbranchen in die Knie gehen, gehört in einer Krise solchen Ausmaßes offenbar dazu. Bleibt zu hoffen, dass der Schaden sich nach Ende der Krise möglichst rasch wieder beheben lässt.

Ältere unterstützen Jüngere

Was sich nicht beheben ließe, ist der Verlust Hunderter, wenn nicht Tausender älterer Menschen. Und um das zu verhindern, müssen genau diese Menschen jetzt besonders vorsichtig sein. Natürlich ist es schwierig, unbequem und sicher in vielen Fällen auch unangenehm, sich von anderen etwa beim Einkaufen helfen zu lassen, wenn man bisher doch noch alles alleine geschafft hat.

Sicher kann man die Haltung vieler nachvollziehen, die sagen, sie hätten in ihrem Leben schon so vieles überstanden, da würden sie Corona jetzt doch auch überstehen. Für die meisten wird das ja zum Glück auch stimmen. Aber es geht doch auch um die anderen.

Drehen wir den Spieß einfach um. Warum sagen wir nicht: Die Älteren unterstützen die Jüngeren, indem sie möglichst konsequent zu Hause bleiben. Als Geste guten Willens. So wie wir es von den Jüngeren für die Älteren erwarten.