Der Name Mulackstraße im Berliner Scheunenviertel geht zurück auf Jakob Mulack, einen Maurermeister, der im 17. Jahrhundert erster Besitzer des ursprünglich an der Ecke zur Alten Schönhauser Straße (Verlängerung Schönhauser Allee) hin errichteten Hauses war.

1699 bis 1862 hieß die Straße Mulackgasse oder Mulaksgasse und wurde mal so, mal so geschrieben. Auf dem Foto sehen wir, festgehalten auf dem Straßenschild, die Variante „Mulacks Str.“.

Da die Straße sehr schmal ist, bedachte der Volksmund sie mit dem Namen Mulackritze. Dieser übertrug sich später auf eine legendäre Gastwirtschaft in der „Mulackstraße“ Nr. 15.

Als Heinrich Zille in der „Mulackritze“ sein „Berliner Milljöh“ zeichnete, war das Lokal ein sogenannter „doller Laden“, in dem hauptsächlich schwere Jungs und leichte Mädchen verkehrten.

In den kleinen Wohnungen der Häuser drumherum siedelten sich um den Wechsel zum 20. Jahrhundert zahlreiche jüdische Familien an, viele von ihnen frisch eingewandert aus Russisch-Polen. Die Wohnungen waren extrem dicht belegt.

In der Literatur wird berichtet, dass die Familien ihr erstes Einkommen häufig durch Zigarettendrehen verdienten, was normalerweise in den Wohnungen geschah. Auch die Kinder waren dabei eingespannt. Die Zigaretten wurden in den umliegenden Kaschemmen als Einzelstücke verkauft.

In den Zwanzigerjahren entwickelte sich die „Mulackritze“ zur bekannten Künstlerkneipe. Zu den Gästen gehörten Bert Brecht, Gustav Gründgens und Claire Waldoff.