Der Flughafen Tegel soll Ende nächsten Jahres schließen.
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Berlin-TegelEigentlich ist alles klar: Am 31. Oktober 2020 soll der neue Hauptstadt-Flughafen BER in Schönefeld öffnen, am 8. November 2020 soll der kommerzielle Flugbetrieb in Tegel enden – so wurde es jüngst angekündigt. Trotzdem wird es am Mittwoch im Bundestag wieder einmal  darum gehen, ob TXL als Luftfahrtstandort noch eine Zukunft hat. Dazu beginnt um 11 Uhr im Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur eine öffentliche Anhörung, zu der neun Experten eingeladen werden.  Doch im Raum E 600 des Paul-Löbe-Hauses in der Konrad-Adenauer-Straße werden nicht nur Sachverständige, die einen Weiterbetrieb des innerstädtischen Flughafens befürworten, das Wort erhalten.

Denn außer dem FDP-Antrag „Tegel offen halten – für Berlin und für Deutschland“ steht eine Vorlage der Grünen zur Diskussion: „Die Zukunft von Berlin TXL – The Urban Tech Republic“. „Deshalb wird auch die Frage, wie eine sinnvolle Neunutzung aussehen könnte, Thema sein“, so der Abgeordnete Stefan Gelbhaar. Die Grünen haben Werner Ullmann als Sachverständigen benannt. Er ist Präsident der Beuth Hochschule für Technik, die darauf wartet, Gebäude des heutigen Flughafens zu nutzen.

Zwei von der CDU/CSU benannte Fachleute sind ebenfalls nicht als TXL-Fans bekannt. Philipp Bouteiller leitet die Tegel Projekt GmbH, die das Areal für andere Zwecke entwickelt. Jürgen Kipp, Ex-Präsident des Oberverwaltungsgerichts, schrieb für den  Senat ein Gutachten, das einen Weiterbetrieb so gut wie ausschließt. Zudem hat die CDU/CSU-Fraktion Ralph Beisel, den Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen, als Sachverständigen benannt, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit.

Auch ein Tegel-Anwohner wird zu Wort kommen

Die Linke hat Klaus Dietrich, Sprecher des Bündnisses "Tegel schließen - Zukunft öffnen", für die Anhörung gewonnen. Erwohnt in Wittenau - direkt unter einer Einflugschneise des innerstädtischen Flughafens.

Die AfD, die den Antrag der Liberalen unterstützt hat, lässt den Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa sprechen. Der AfD-Abgeordnete Frank Magnitz: „Die Anhörung wird zeigen, dass der Flughafen Tegel notwendig ist, lebt, im Gegensatz zum Milliardengrab BER Geld verdient und die Belastung der Anwohner sowie Arbeitsplätze gerechter verteilt.“

"Es ist gut, wenn sich der Bundestag jetzt mit der Weiterentwicklung des Flughafens Tegel beschäftigt und welche Rolle die Bundesregierung hierbei spielen soll, schließlich gehören Teile des Areals dem Bund. Die 'Hätte-hätte-Fahrradkette-Debatte' der FDP zur Offenhaltung Tegels ist langsam absurd," sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar.