Albrecht Hoffmann und Sabine Schröder in ihrer Zille-Stube.
Foto: Benjamin Pritzkuleit

Berlin - Die kleinsten Theater Berlins haben unter der Pandemie am meisten zu leiden? So ist es in vielen Fällen – aber es gibt Beispiele, die zeigen, dass es anders geht. In Köpenick gibt es seit Jahren eine der kleinsten Bühnen der Stadt, Zilles Stubentheater. Auch hier schlug die Krise ein, und dennoch hat man die gute Laune nicht verloren. Stattdessen wird die Hygiene zum Happening.

Bevor es in den winzigen Saal geht, müssen in Zilles Stubentheater in der Köpenicker Jägerstraße die Zuschauer ran: Aufstellen zum Händewaschen! Vor dem Eingang des Mini-Theaters treten sie einzeln und mit Abstand an die alte Waschschüssel, bekommen von Sabine Schröder (51), der Einlasserin, eine Portion Seife – und etwas Wasser aus dem Uralt-Krug. Daneben steht schon Zille-Darsteller Albrecht Hoffmann (60) im Arztkittel, in der Hand ein Körbchen voller Schutzmasken, jeder Gast bekommt mit einer Gebäckzange ein Exemplar überreicht. „Die hat meine Portiersche gemacht“, sagt er. Er meint Sabine Schröder. „Sie hat dafür extra eines ihrer Kleider geopfert. Wir machen das so, weil wir ja nicht wissen, wo die Leute mit ihren Masken schon überall waren. Nach der Vorstellung werden sie eingesammelt, abgekocht, desinfiziert und geplättet.“ Drinnen, im winzigen Saal, sind alle Stühle, die frei bleiben müssen, mit einem Schild markiert. Wegen „de olle Carola“ dürfe hier niemand sitzen.

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