Wird Berlins Wirtschaft noch stark unter dem Coronavirus leiden?
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BerlinWie hart wird Corona die Wirtschaft treffen? Diese Frage beschäftigt zurzeit Ökonomen weltweit, unterschiedliche Antworten auf sie lassen die Aktienkurse extrem schwanken. Die landeseigene Investitionsbank Berlin (IBB) hat von ihren Volkswirten jetzt die Folgen für Berlin prognostizieren lassen. Die stellen drei Szenarien vor, die von einem „insgesamt milden“, einem „langwierigen“ und einem „sehr schweren Verlauf“ der Pandemie ausgehen.

Für den milden Verlauf rechnen die Volkswirte mit erheblichen Einbußen vor allem im Tourismussektor. Allein die berlinweiten Verluste durch den Ausfall der Internationalen Tourismusbörse schätzen sie auf 85 Millionen Euro. Dazu bleiben asiatische Gäste fern – allein im ersten Quartal seien das 100.000 Menschen. Den „milden Verlauf“ halten die Volkswirte zurzeit noch für am wahrscheinlichsten.

„Nicht aufholbare Wachstumseinbußen in Berlin“

Selbst wenn das Virus nicht in den nächsten Wochen gestoppt werde, heißt es von der IBB auf Nachfrage, geht man von einer Gewöhnung und einer Lockerung der Isolationsmaßnahmen aus. Die höheren Temperaturen in Frühling und Sommer trügen außerdem wie bei der Grippe dazu bei, dass sich das Virus schlechter verbreite.

In Szenario zwei rechnet die IBB mit einem „langwierigen Verlauf“ der Epidemie bis Ende Juni. In dieser Phase werde es zu Lieferengpässen bei Unternehmen kommen, die auf ausländische Vorprodukte angewiesen sind. Außerdem breche nun auch der inländische Tourismus ein, ebenso wie die Exporte nach China.

„Es dürfte insgesamt zu nicht aufholbaren Wachstumseinbußen in Berlin kommen, das BIP-Wachstum könnte von 2,2 Prozent auf 1,0 Prozent zurückgehen“, schreibt die IBB.

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„Vielzahl Berliner unter Quarantäne“

Szenario drei geht von dem schwersten Verlauf aus, bei dem „eine Vielzahl Berliner über längere Zeit unter Quarantäne gestellt“ wird.

Unternehmen würden dann „schwere Verluste“ erleiden, in zwei oder mehr Quartalen würde Berlin ein negatives Wachstum verzeichnen. Politiker bemühen sich schon jetzt vorzubeugen.

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hat am Donnerstag in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geraten, auf einer Sonderkonferenz mit allen Landesministern die wirtschaftlichen Konsequenzen aus der Corona-Krise zu diskutieren.