Berlin - Er hat nichts gemerkt, aber der kleine Zettel, den Harald Hoßfeld jetzt aus seiner Jackentasche holt, verheißt ein Stück Freiheit. Ein Stempel ist darauf zu erkennen und eine Unterschrift. Sie stammt von der Ärztin, die ihm gerade eine Spritze in den Oberarm gegeben hat, so akkurat, dass er davon nichts spürte. „Johnson und Johnson“, sagt Hoßfeld, und damit ist erst einmal alles klar. Er ist gegen Corona geimpft. Eine Injektion von Johnson & Johnson reicht für den vollen Schutz. „In zehn Tagen bin ich immun“, sagt Hoßfeld. Das haben sie ihm in dem Gebäude der Stadtmission an der Lehrter Straße erklärt, in dem ihm vor ein paar Minuten das Vektor-Vakzin verabreicht wurde.

Harald Hoßfeld ist einer der Obdachlosen, die in Berlin dieser Tage gegen die Pandemie gewappnet werden. Die Senatsverwaltung für Soziales hat bis zu 3000 Dosen Johnson & Johnson bereitgestellt. Mobile Impfteams sind seit Dienstag an mehr als 20 Orten der Wohnungslosenhilfe im Einsatz. Bei der Stadtmission haben sie ein kleines Impfzentrum eingerichtet – für 160 Dosen an diesem Mittwoch und noch einmal 160 am Donnerstag. Ein Soldat im Tarnanzug wartet vor dem Gebäude auf Beobachter, Journalisten, Kamerateams, die er abweisen müsste, die aber ohnehin nicht da sind. Der Senat möchte die Privatsphäre der Geimpften gewahrt wissen. Der Soldat nimmt die Impfwilligen in Empfang, leitet sie ins Innere. Die Formalitäten werden erledigt, die Dosis verabreicht: „Fertig!“, sagt Harald Hoßfeld, „das ging ruckzuck.“

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