In Supermärkten soll wegen der Ansteckungsgefahr mit Corona bargeldlos gezahlt werden.
Foto: EURO Kartensysteme GmbH/EURO Kartensysteme GmbH/obs

BerlinGeldscheine, die durch unzählige Hände gewandert sind, bergen das Risiko, das Corona-Virsu zu übertragen. In nahezu allen Supermärkten wie zum Beispiel Rewe, Kaufland, Edeka oder Aldi werden die Kunden daher gebeten, eine der vielen bargeldlosen Zalungsmöglichkeiten zu nutzen. Eine Girokarte (umgangssprachlich auch weiterhin EC-Karte) besitzt der Großteil der Bevölkerung. Doch auch Zahlsysteme wie Apple Pay, NFC-Payment oder Supermarkteigene Apps sind auf dem Vormarsch. 

Bereits relativ verbreitet ist die Zahlung über die Near Field Communication-Technologie, kurz NFC. Bei dieser Methode befindet sich ein Chip auf  der EC-oder Kreditkarte. Dank dieses Chips muss die Karte nur noch an das Bezahlterminal an der Supermarktkasse gehalten werden. Bei kleineren Beträgen (in der Regel zwischen 25 und 50 Euro) wird sofort bezahlt, bei größeren Beträgen muss meist noch die persönliche PIN eingegeben werden. Ob NFC an den Kassenterminals akzeptiert wird, erkennt man an einem Wellensymbol, das an ein WLAN-Symbol erinnert. 

Das Mobiltelefon als Bankkarte

Ähnlich funktioniert auch Apple Pay: Neueren Geräte des Technologiekonzerns haben einen im iPhone integrierten NFC-Chip. Nach einer Anmeldung bei Apple Pay kann das iPhone also wie eine Bankkarte eingesetzt werden, sofern das Terminal an der Kasse des jeweiligen Geschäfts bargeldlose Zahlungen unterstützt. Die hierzulande weniger verbreitete Apple Watch unterstützt diese Zahlmethode ebenfalls. 

Auch der Internetriese Google bietet mit Google Pay einen vergleichbaren Bezahldienst für Mobiltelefone an. Zudem gibt es weitere Anbieter wie Payback Pay, die ebenfalls Mobile Payment, also das Bezahlen via Mobiltelefon anbieten. 

Allerdings sind diese Bezahlmethoden vielen Menschen nicht geheuer. Sie stehen den digitalen Sicherheitssystemen skeptisch gegenüber. Auch datenschutzrechtliche Bedenken spielen hier für viele Menschen eine Rolle. 

"Bewährte und hohe Sicherheitsmechanismen"

Die „Deutsche Kreditwirtschaft“ ist die Interessenvertretung der fünf kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände (dazu gehören unter anderem die Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband sowie der Bundesverband  der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken) teilte dazu bei der  Einführung der NFC-Technologie mit, es kämen „die gleichen bewährten und hohen Sicherheitsmechanismen zum Einsatz wie bei der bisherigen kontaktbehafteten girocard“. 

Auf der Präventionsseite „Polizei Dein Partner“ der Gewerkschaft der Polizei (GdP) heißt es dazu: „Wer im Geschäft an der Kasse zahlt, muss sich wenig Sorgen machen, weil die Karte in einem geringen Abstand von mindestens vier Zentimetern an das auslesefähige Gerät gehalten werden muss. Kriminelle müssten also sehr nah an das Opfer herantreten, um die Daten abzugreifen.“ 

Eine Verbraucherschutzexpertin hält das kontaktlose Bezahlen laut GdP „grundsätzlich für genauso sicher wie herkömmliche Kartenzahlungen“.

Gefahr bei Zahlungen mit dem Smartphone

Anders hingegen sehe es bei Zahlungen via Smartphone aus. Hier bestehe die Gefahr, dass „Viren, Trojaner oder kriminelle Attacken den Zahlungsvorgang manipulieren.“ So könne sich hinter vermeintlich harmlosen Apps gefährliche Schadsoftware verbergen, die Passwörter ausspäht oder Kreditkarteninformationen ausliest.

Die Präventions-Beauftragten der GdP raten daher: Wer sein Smartphone häufiger zum Bezahlen nutzt oder gar Online-Banking damit betreibt, sollte die Gerätesoftware möglichst auf dem aktuellsten Stand halten und automatische Updates nutzen. Bei allen Bezahlverfahren sei zudem eine „regelmäßige Kontrolle der Geldbewegungen angeraten“. Nur so würden ungewollte Abbuchungen auffallen. Diese müssten dann bei dem jeweiligen Zahlungsdienst „umgehend reklamiert werden“.