Die Berliner Fans des Schriftstellers Stefan Schwarz („Ich kann nicht, wenn die Katze zuschaut“) müssen jetzt ganz tapfer sein. Ab sofort wird nämlich nicht mehr verschoben, sondern ersetzt. Die Berliner Buchpremiere seines jüngsten Kolumnenbandes „Voller Wermut blicke ich auf mein Leben zurück“, deren Ausweichtermin im Pfefferberg-Theater an diesem Mittwoch nun also auch dem zweiten Lockdown zum Opfer fiel, kann nicht nachgeholt werden, weil das neueste Buch von Schwarz nachschiebt. Am 1. April 2021 soll auf dem Pfefferberg die Premiere seines Romans „Da stimmt was nicht“ gefeiert werden, der Ende März erscheint. Dem hat die erzwungene Konzentration der vergangenen Monate gut getan, wie der Herr Autor selbst berichtet: „Ich habe sonst immer holprige Plots, aber diesmal ist er richtig schön und gediegen durchgearbeitet. Mit der großen Ruhe, die man hat, wenn draußen das Leben erstorben ist.“

Der Ex-Berliner, der inzwischen in Leipzig lebt, musste sich in Sachen Arbeitsumfeld nicht umstellen: „Ich bin seit 2010 im Homeoffice. Meine Höhepunkte sind um 10 Uhr das Einkaufengehen und um 12 Uhr das Kochen des Mittagessens. Ansonsten bin ich in meinem Arbeitszimmer und spinne mir Geschichten aus. Ich mache auch Spaziergänge im Umkreis von fünf Kilometern. Der Lockdown baut quasi mein Lebensmuster nach.“ Er zieht einen von allzu großer Bescheidenheit völlig unbeeinflussten Vergleich: „Meine Frau arbeitet, wie ich, zu Hause. Da sie eine viel telefonierende Journalistin ist und unsere Arbeitszimmer nebeneinander liegen, ist es ein bisschen so, als wenn Thomas Mann seine Romane im Callcenter schreiben müsste.“

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