Vier Tage lang hat die Polizei die Suche nach der vermissten Rebecca aus Britz unterbrochen. Am Dienstagmorgen haben Einsatzkräfte am Herzberger See im Landkreis Oder-Spree nun die Spurensuche nach der 15-jährigen Schülerin wieder aufgenommen. Seit 10 Uhr durchkämmen 35 Beamte der Polizei erneut ein Wald- und Wiesengebiet zwischen dem Herzberger See und dem Scharmützelsee. Der Einsatz wird aller Voraussicht nach bis zum Sonnenuntergang dauern.

Die Mordermittler hatten sich wie berichtet auf die Gegend rund um den Ort Beeskow konzentriert. "Wir arbeiten weiterhin alle Hinweise ab, auch wenn es nicht mehr viel Hoffnung gibt", sagt ein Ermittler. Ein dort ansässiger Jäger kann sich nicht vorstellen, dass die Leiche von Rebecca in einem Wald mehr als 50 Zentimeter tief vergraben wurde. "Die Wurzeln lassen das gar nicht zu", sagte er zur Berliner Zeitung. Deshalb vermutet er, dass Wildschweine früher oder später darauf stoßen könnten.

Die Ermittler vermuten, dass der Verdächtige Florian R. die Autobahn 12 in diesem Bereich verlassen hat. Der Schwager der 15-Jährigen soll sich in der Gegend rund um Beeskow gut auskennen, heißt es aus Polizeikreisen. Seine Großeltern wohnen in der Region.

Mordermittler gehen davon aus, dass Rebecca tot ist

Die Polizei hatte bereits in der vergangenen Woche rund um den Herzberger See etwa 60 Kilometer südöstlich der Hauptstadt nach Rebecca gesucht - jedoch ohne Erfolg. Taucher seien für die erneute Suche am Dienstag nicht eingeplant, heißt es. Unklar war zunächst, ob wie schon bei früheren Einsätzen Fahrzeuge des THW zum Einsatz kommen. Die Einsatzkräfte sind mit spezieller Technik ausgerüstet, etwa für aufwendige Boden-Untersuchungen.

Rebecca ist seit dem 18. Februar verschwunden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die Schülerin Opfer eines Verbrechens wurde. Der Schwager von Rebecca wurde inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen. Ein Ermittlungsrichter sah keinen dringenden Tatverdacht mehr. Es gebe lediglich Indizien, aber keine Beweise, hieß es.

Florian R. hatte sich in den Vernehmungen widersprochen. Dabei ging es auch um die zwei Autofahrten am Tag des Verschwindens von Rebecca sowie am darauffolgenden Tag. Demnach wurde das Auto von Florian R. zweimal von einem automatischen Kennzeichenerfassungssystem auf der A12 gefilmt. Wer am Steuer des Wagens saß, sei nicht zu erkennen gewesen.

Staatsanwaltschaft glaubt weiterhin an Auflösung des Falls

Mit großem Aufwand wurden deshalb wiederholt brandenburgische Waldstücke und mehrere Seen südlich der Autobahn 12 Berlin-Frankfurt (Oder) durchkämmt. Vor einer Woche hatte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, gesagt: „Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass wir im Fall Rebecca doch noch weiterkommen.“

Zu dem Fall gingen mehr als 2200 Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizei ein. Diese werden nun nach und nach abgearbeitet, sagt ein Polizeisprecher. (mit kob)