Die Veranstalter des Karnevals der Kulturen haben sich entschlossen, die Veranstaltung pandemiebedingt auch für 2022 abzusagen. Das teilten die Veranstalter am Dienstag mit. Man wolle nicht erneut eine kurzfristige Absage riskieren.

„Die Chancen auf eine pandemiekonforme Austragung zu Pfingsten, ob zentral oder dezentral, schätzen die Verantwortlichen aller Fachrichtungen eher schlecht ein“, heißt es in einer Pressemitteilung. Notwendig für eine Erfassung der Besucher sei beispielsweise eine Einzäunung, diese widerspreche aber dem Grundgedanken des Karnevals, der sich als frei zugängliche innerstädtische Veranstaltung verstehe.

Das laufende Jahr solle genutzt werden, um das Konzept des Karnevals gemeinsam mit der Senatskulturverwaltung in einem partizipativen Verfahren zu überdenken, teilten die Verantwortlichen mit. „Es soll gemeinsam mit allen Akteuren und Akteurinnen und denen, die es werden wollen, eine neue Vision für den Karneval entwickeln“, heißt es in der Mitteilung weiter. 2023 soll die Veranstaltung mit überarbeiteter Strategie neu starten.

Die langjährige Leiterin des Karnevalbüros, Nadja Mau, bei der alle Fäden zusammenliefen, werde nach Beginn dieses partizipativen Verfahrens das Organisationsteam verlassen. Der Mitteilung zufolge sieht sie in einem Neustart der Veranstaltung nach einer dreijährigen Pause „einen geeigneten Moment für eine neue Leitungsstruktur“. Der Karneval der Kulturen fand erstmals 1995 statt, mehr als 5000 Akteure gestalteten den Umzug und die Festivitäten am Pfingstwochenende regelmäßig mit. An den normalerweise vier Festivaltagen feierten in Vor-Corona-Zeiten oft mehr als 500.000 Menschen. Der wiederholte Ausfall sei ein „schwerer Schlag“ für alle Beteiligten, heißt es in der Mitteilung. Aber auch für alle Fans der Veranstaltung.