Berlin. Zum zweiten Mal in zwei Tagen hat der Diebstahl von Signalkabeln zu Störungen im S-Bahnbetrieb im Berliner Norden geführt. Züge der S9 zwischen Pankow und Treptower Park fielen am Mittwochmorgen aus. Fahrgäste mussten laut einem S-Bahnsprecher auf andere Linien umsteigen. Es gab auch kleinere Verspätungen. Gegen 10.30 Uhr war das Problem behoben.

Wie schon am Dienstagmorgen stahlen die Täter Kupferkabel in der Nähe des Bahnhofs Pankow. Damit lösten sie erneut eine Signalstörung aus. Die Bundespolizei fahndete mit mehreren Streifen und einem Hubschrauber nach den Dieben, konnte aber niemanden festnehmen. Direkt neben den Gleisen löschten die Polizisten ein Feuer. Sie fanden zudem Bolzenschneider und Notizen.

Die Diebe erbeuteten etwa 50 Meter Kupferkabel mit einem Gewicht von 60 Kilogramm. Die Kabel werden an Schrotthändler verkauft, der Erlös für diese Menge liegt bei etwa 100 Euro.

Die Fahrgäste der S-Bahn sind seit Ende der vergangenen Woche von mehreren Störungen betroffen. Ein Kabelbrand in der Nähe des S-Bahnhofs Ostkreuz hatte am Donnerstagabend den Verkehr auf den Linien S5, S7 und S75 beeinträchtigt. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Ein Brandschlag wird nicht ausgeschlossen.

Die Probleme haben sich so gehäuft, dass die S-Bahn seit einem Monat dem Verkehrssenator Michael Müller (SPD) jeden Morgen einen Bericht zur Verkehrslage vorlegen muss. Nach Angaben des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg ist vor allem der schlechte Zustand des Schienennetzes ein Grund für die häufigen Zugverspätungen und Ausfälle. (dpa/bb)