Wieso ein Bus Feuer fangen und brennen kann

Wie konnte das nur passieren? Fachleute suchen die Ursache des Feuers, das am Donnerstag einen Doppeldeckerbus der Linie X33 zerstört hat. „Unsere Erfahrung zeigt, dass es eine Woche dauern wird, bis wir mehr wissen“, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Es war kurz vor sieben Uhr, als im Bus 3126 plötzlich beim Fahrer die rote Lampe leuchtete: Sofort anhalten! Der Fahrer, der neu bei der BVG ist, ließ auf der Straße Am Juliusturm die Fahrgäste aussteigen. Doch erst die Feuerwehr brachte das Feuer unter Kontrolle. Da war der Bus aber nur noch Schrott.

Brand brach im Fahrmotor aus

Ein Insider der Bus-Szene wundert sich: „Der Unglücksbus, Erstzulassung 2006, wurde erst im Oktober 2017 überprüft. Wesentliche Komponenten wurden getauscht.“ Damit die mehr als 400 Doppeldecker der BVG vom Typ MAN A39 noch Jahre durchhalten, wird jeder von Grund auf erneuert.  Außerdem seien Doppeldeckerbrände selten.

2010 schlugen in der Gropiusstadt Flammen aus dem Bus 3263, er fuhr aber bald wieder. 2016 brannte Bus 3132 in Waidmannslust aus, Ursache war ein Kurzschluss in einem Scheibenwischermotor im Oberdeck. Diesmal brach der Brand im Fahrmotor aus, heißt es. Möglicherweise habe sich Laub oder Papier, das sich dort gesammelt hat, entzündet.

Mercedes-Busse anfällig

Jeder Bus hat eine Brandlöschanlage. „Entweder hat sie es nicht geschafft, das Feuer zu löschen, oder sie ist nicht angesprungen“, so Reetz. Auch das werde geprüft. Mit der Nachrüstung hatte die BVG auf eine Brandserie reagiert, die einstöckige Fahrzeuge betraf. Von 2004 bis 2010 brannten acht Busse.

In fünf Fällen waren es Mercedes-Benz Citaro EN 02: Hier steht der Motor hochkant, Feuer wird wie in einem Kamin angefacht. 2009 brach in der Auspuffanlage eines Solaris-Gelenkbusses Feuer aus, 2014 und 2015 brannten weitere Busse dieser Art.

Wartungsniveau sei ausreichend

„Bei der Wartung wird gespart“, klagt ein weiterer Insider. Allein im Betriebshof Britz sei die Zahl der Werkstattmitarbeiter über die Jahre auf etwas mehr als 50 halbiert worden. Früher sei jeder Bus fast täglich umfassend geprüft worden, heute nicht mehr.

Reetz widerspricht: Das Wartungsniveau sei ausreichend. Auch weil der Fahrer korrekt und schnell reagiert habe, waren Fahrgäste nicht in Gefahr. „Jährlich brennen 10.000 Pkw. Bei unseren Bussen ist Feuer eine sehr seltene Erscheinung.“