Wildau - Die fast vier Meter lange Kurbelwelle glüht grellgelb, als sie ein Kran aus dem Ofen zieht. Mit einer Art Hochdruckreiniger säubern Arbeiter das Werkstück. Funken fliegen in die von bläulichem Dunst geschwängerte Werkshalle. Dann wird es laut, sehr laut. Die Kurbelwelle wird in den Schlund eines Ungetüms geschoben, das ihr die künftige Form verleiht und den Stahl verdichtet. Mehrfach hintereinander schlagen zwei mächtige Hämmer, jeweils 80 Tonnen schwer, aufeinander, dazwischen die glühende Kurbelwelle. Das Donnern ist nur mit Gehörschutz zu ertragen.

Die Leute nennen ihn das Herz von Wildau, den größeren der zwei Gegenschlaghämmer in den Schmiedewerken der Stadt im Kreis Dahme-Spree. Seit Jahrzehnten bestimmt er buchstäblich den Puls des Ortes. Das Schlagen dieses Hammers ist in der ganzen Stadt zu hören, sogar nachts. Neun Wochen lang war er verstummt. Er musste generalüberholt werden, zum ersten Mal seit 20 Jahren. Nun schlägt er wieder, der Puls von Wildau.

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