In der Wilhelmstraße in Kreuzberg ist am Donnerstag gegen 13.20 Uhr ein Kind aus einem Fenster in der 8. Etage gestürzt. Anwohner riefen die Feuerwehr und die Polizei. Einem Notarzt gelang es, das Kind wiederzubeleben. Es wurde in das Virchow-Klinikum gebracht und starb dort am Nachmittag. Die Polizei wird nun im Rahmen eines Todesermittlungsverfahren klären, warum das Kind auf den Gehsteig stürzte.

Ob das Mädchen zum Unfallzeitpunkt allein in der elterlichen Wohnung war, weiß die Polizei noch nicht. Man suche noch nach Zeugen, hieß es im Polizeipräsidium. Die Ermittler prüfen, ob Angehörige  gegen die Fürsorge-oder Aufsichtspflicht verstoßen haben. Unklarheit herrschte zunächst über das Alter des Mädchens. Am Abend bestätigte die Polizei, dass das Kind viereinhalb Jahre jung war.

Derartige Unfälle sind selten in Berlin 

Anwohner aus dem Hochhaus, das über 16 Etagen verfügt,  trafen die Polizisten offenbar zunächst nicht zu Hause an. Das erschwere die Ermittlungen, so ein Beamter. Besonders  hinderlich sei auch, dass kaum ein Bewohner des Hochhauses Deutsch spricht.   

Nur selten kommt es in Berlin zu derartigen Unfällen. Im Mai vergangenen Jahres starb ein zweijähriges Kind nach einem Sturz aus dem Fenster einer Flüchtlingsunterkunft in Westend. Und  im September 2009 fiel ein Zweijähriger  im Neudecker Weg in Neukölln aus mehr als acht Meter Höhe in die Tiefe. Er erlitt Prellungen und leichte Schürfwunden. Laut Ermittler hatte der Junge in seinem Zimmer einen Tisch unter das geöffnete Fenster geschoben und war hinaufgeklettert. Von dort aus gelangte er auf die Fensterbank und verlor das Gleichgewicht.